Kreis Segeberg

Helfer aus der Region im Hochwasser-Einsatz

Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr kämpfen an den Deichen gegen das Hochwasser der Elbe.

Kreis Segeberg. Die Hilfe aus dem Kreis Segeberg ist angerollt. Hunderte Männer und Frauen aus der Region sind an der Elbe im Einsatz und unterstützen die Katastrophenhelfer im Kampf gegen die Fluten. Am Montag wurden fast 100 Feuerwehrleute aus mehreren Gemeinde alarmiert. Soldaten der Rantzau-Kaserne in Boostedt helfen seit dem Wochenende, um die Deiche zu sichern. Das Technische Hilfswerk (THW), das seit Mitte letzter Woche erstmals ausgerückt ist, hat seine Kräfte noch einmal verstärkt.

"Wir waren darauf vorbereitet", sagt Niels-Ole Jaap, Chef der Norderstedter Feuerwehren. Um 9.30 Uhr löste die Rettungsleitstelle am Montag den Alarm für die Logistikspezialisten der Wehren aus, die gemeinsam mit Kameraden aus weiteren Orten eine Einsatzgruppe für den Katastrophenfall bildeten und gemeinsam in Richtung Lauenburg starteten.

"Der Auftrag lautet Deichverteidigung", sagt Jaap, der in engem Kontakt mit seinen Einsatzkräften steht. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Feuerwehr begonnen, Material und Fahrzeuge vorzubereiten und mit den Arbeitgebern zu klären, welche ehrenamtlichen Kräfte zur Verfügung stehen. Am Montag ging es dann sehr schnell: 45 Minuten nach dem Alarm mussten die Feuerwehrleute die Fahrzeuge besetzen. Die Norderstedter Logistiker versorgen ihre Kameraden aus dem Kreisgebiet, die am Deich arbeiten, mit Lebensmitteln und Diesel.

"Es geht um Manpower", sagt Kreiswehrführer Rolf Gloyer. "Wir platzieren die Sandsäcke und erhöhen die Deiche." Die 94 Feuerwehrleute aus dem Kreis Segeberg rückten mit zwei weiteren Katastrophenschutzgruppen aus Schleswig-Holstein an die Elbe aus. Gestern Abend konnten sie zurückkehren. Heute werden voraussichtlich weitere Feuerwehrbereitschaften gerufen.

Der Alarm für das Norderstedter und Kaltenkirchener THW wurde am Sonntag um 19.30 Uhr ausgelöst. 20 Männer und Frauen rückten am Abend mit vier Fahrzeugen von Norderstedter nach Dömitz an der Elbe aus. 13 weitere kamen aus Kaltenkirchen.

Das THW soll dabei helfen, die durchweichten Deiche zu sichern.

Der Sandsack gehört zum wichtigsten Utensil der Helfer. "Wir haben bis zum Morgen durchgearbeitet", sagt Kaltenkirchens THW-Chef Mirco Grönwoldt. "Hier ist Muskelkraft gefragt." Die Helfer sollen den Deich auf mehreren Kilometern Länge um 30 Zentimeter erhöhen. Um 6 Uhr stand die erste längere Erholungspause auf dem Programm. "Als die Sonne aufging, haben wir das ganze Ausmaß der Katastrophe gesehen", sagt Grönwoldt. Das Wasser stand nur noch 50 Zentimeter unterhalb der Deichkrone.

Das THW ist auch für andere Aufgaben gerüstet. "Wir können technische Hilfe aller Art leisten", sagt Norderstedts THW-Sprecher Arne Hentschel. Das gehört beispielsweise Lenzen und technische Hilfe für die Pumpengruppen, die jeweils bis zu 25.000 Liter Wasser pro Minuten bewegen können.

Das Norderstedter THW hält weitere Kräfte bereit. Dazu gehören Fachleute, die mit ihren Beleuchtungseinrichtungen Einsatzstellen großflächig ausleuchten können, so dass auch nachts gefahrlos gearbeitet werden kann. Das THW aus Wahlstedt und Bad Segeberg arbeitet seit vergangener Woche im Katastrophengebiet.

Untergebracht sind die Helfer in einer Schule, in der mehr als 200 Männer und Frauen schlafen und essen können. An den Einsatzstellen sorgt die Feuerwehr für Verpflegung, die auch spät in der Nacht noch heiße Würstchen bringt.

Die Bundeswehr startete am Sonntag mit 400 Männern und Frauen in der Rantzau-Kaserne in Boostedt. Das Instandsetzung- und das Logistikbataillon bildeten mehrere Konvois, die am Abend im Neuhaus an der Elbe eintrafen. Die Soldaten stapeln Sandsäcke an den Deichen und sorgen mit ihrem Fahrzeugen für den Nachschub.

"Eine körperlich anstrengende Arbeit", sagt der stellvertretende Kommandeur des Logistikbataillons, Fregattenkapitän Mike Henrici. Seine Soldaten haben Feldküchen und Einmannverpflegung mitgebracht und Dieselvorräte angelegt. "Wir bleiben hier solange, wie wir gebraucht werden", sagt Henrici.