Leserbriefe an die Redaktion

Leserbriefe an die Redaktion

Filter der Realität

30, Mai: "Bürger-Ideen für die Stadtfinanzen"

Wenn Herr Vorwerk sagt, dass es zwar leicht sei, Forderungen zu stellen, für gute Sparvorschläge jedoch dezidierte Kenntnisse der Stadtfinanzen erforderlich sind, so gilt das ganz allgemein, z.B.: auch für Akustikkenntnisse zur Lärmminderung und Physikkenntnisse zur Energieeinsparung und Klimaschutz. Deswegen heißt es ja auch Brain-storming und nicht Wunsch-storming. Das ist kein Argument gegen Bürgerbeteiligung, es ist ein Hinweis darauf, dass alle Wünsche durch das Filter der Realität gehen müssen und nur wenig als brauchbare Vorschläge übrig bleiben.

Friedrich Weinhold, Norderstedt

Lustlose Mitarbeit

28. Mai: "Neues Zünglein an der Waage"

Dem Artikel entnehme ich, dass die Stadt Norderstedt, aber auch das Land Schleswig-Holstein keinen Einfluss auf die ungerechte Verteilung der Flugbewegungen nehmen kann. Das stimmt so absolut nicht! Es gab in den letzten Jahren wiederholt Situationen, in denen man sehr wohl konsequent Forderungen hätte stellen können. Beispielsweise hätte der Wunsch der Stadt Hamburg, den Hafenschlick auf Schleswig-Holsteiner Gebiet verklappen lassen zu dürfen, eine Chance geboten, die Fluglärmproblematik einzubringen!

Auch die Stadt Norderstedt, deren Mitarbeit in der Fluglärmschutzkommission eher als lustlos zu bezeichnen ist, wäre gut beraten, sich vehementer für die berechtigten Belange ihrer Bürger einzusetzen, anstatt z.B. einen Großparkplatz für den Airport auf Norderstedter Gebiet zu bewilligen. Und wenn, dann auch mit entsprechenden Gegenforderungen!

Die Wählergemeinschaft WIN möchte sich übrigens nicht ausschließlich dem Thema Fluglärm widmen, das Thema Fluglärm war lediglich Anlass zur Gründung. Die WIN möchte unter anderem die Wohn - bzw. Lebensqualität aller Norderstedter Bürger verbessern, insbesondere auch für diejenigen Mitbürger, die die negativen Seiten der Stadtentwicklung erleiden müssen.

Uwe Kühl, Norderstedt

Unter der Glaskuppel

Niedrige Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen

Das eigentliche Verwunderliche an der niedrigen Wahlbeteiligung ist die Verwunderung der Politiker. Sie sind doch dafür verantwortlich, wenn ihre Politik die Bürgerwünsche verfehlt.

Unsere Politiker sitzen leider unter einer Glaskuppel, die sie nur kurz vor Wahlen verlassen, um dann festzustellen, dass sie sich fern jeder Realität befinden. Darum ziehen sie sich dann schnell wieder unter die Glaskuppel zurück, um dann weiter wie bisher fortzufahren. Dass das die Wähler abschreckt, verstehen sie nicht. Nun rätseln sie über die Gründe, um beim der nächsten Wahl sich über einen weiteren Wahlrückgang zu wundern. Wer aus Fehlern nicht lernt, muss sich über die Konsequenzen nicht wundern!

R. Finsterbusch

Viele sind unwissend

Mit knapp 46 Prozent ist die Wahlbeteiligung auf einem historischen Tief. Irgendwie verwundert es aber nicht wirklich. Politik zu verstehen ist heute nicht mehr einfach. Vielen Bekannten und auch im Familienkreis ist nach der Wahl teilweise immer noch unklar, wen und für was man eigentlich gewählt hat. Da ist die Wahlbeteiligung schon verständlich. Wer geht wählen, wenn er nicht versteht, was er wählt?

Ich denke, dass es für die nächste Wahl starke Aufklärungsaufgaben für die Politik im Vorwege gibt. Oder eine ganze Seite Kindernachrichten, in denen es endlich auch für Erwachsene mal verständlich wird. Vielleicht ist dann die Beteiligung auch höher, wenn die Bürger wissen, dass es um Politik genau vor Ihrer Haustür geht.

Kim Bödecker, Norderstedt

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten.

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