Leserbriefe an die Redaktion

Leserbriefe an die Redaktion

Es ist noch nichts bewiesen

13. Mai: "Woche der Entscheidung. Henstedt-Ulzburgs Kommunalpolitiker befassen sich mit dem Fall Thormählen"

Die alten Vorwürfe haben sich als unberechtigt und damit falsch erwiesen. Sind die neuen jetzt "besser" und berechtigter? Stempelt allein das Wort "Strafbefehl" Herrn Thormählen erneut als Unperson? Hallo und aufgepasst: Es sind wieder erst nur Vorwürfe, noch keine Tatbestände.

Was veranlasst gestandene Politiker und Politikerinnen zu so einer öffentlichen Vorverurteilung? Erzeugt die Aussicht auf ein politisches Mandat oder einen Posten eine Art Goldrausch der Macht und vernebelt dabei die Urteilsfähigkeit und den klaren Verstand?

Gerade in Anbetracht der wachsenden Politikverdrossenheit sollten sich die politischen Parteien um mehr Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit bemühen.

Warum äußert sich die Segeberger Landrätin Jutta Hartwieg eigentlich nicht zu den aufgehobenen Suspendierungsgründen?

Rolf Kalmbacher, Ellerau

Unglaubwürdiges Dementi

Einem Journalisten gegenüber erklärt Frau Honerlah von der Wählergemeinschaft: "Sollten die Bürger und Bürgerinnen Herrn Thormählen abwählen, dann werde ich antreten" - und nun behauptet sie, das sei nur "ganz allgemein" dahergesagt.

Kann man das einer versierten Politikerin wie Frau Honerlah glauben? Ist ihr Dementi nicht eher dem Umstand geschuldet, dass sie als Vorsitzende des Hauptausschusses und Dienstvorgesetzte Herrn Thormählens wegen Befangenheit ihr Amt ruhen lassen müsste und auch in der Gemeindevertretung nicht für den Abwahlantrag stimmen könnte, wenn sie selbst auf den Posten spekuliert?

Dann würde ihre Stimme womöglich fehlen, wenn die CDU sich gegen den Antrag stellt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

N. Neumann

Wo bleibt der frische Wind?

Kommunalwahl am 26. Mai

Ich sitze vor meinen Briefwahlunterlagen und überlege das erste Mal ernsthaft, einen ungültigen Stimmzettel abzugeben. Bei der letzten Wahl wurden nicht Wechselwähler zum Problem, sondern anschließend die Partei- und Überzeugungswechsel der Gewählten, die damit die Mehrheitsverhältnisse änderten und das Wahlergebnis ins Gegenteil verkehrten. Wozu also lokal wählen? Keine der großen Parteien traut sich, mit jungen Kandidaten frischen Wind hereinzulassen, was soll sich also ändern?

Man wird die erste Nachwahlwoche wieder die niedrige Wahlbeteiligung beklagen (zu der ich mit ungültigem Stimmzettel ja nicht beitrage), aber man ist ja gewählt und braucht dann ungeniert bis kurz vor den nächsten Wahlen auf Wähler keine Rücksicht mehr zu nehmen.

Abgesehen davon ist der Einfluss des Wählers beim hiesigen Listenwahlverfahren gering, da ist beim Wahlverfahren meiner Heimat Baden-Württemberg mit kumulieren und panagieren mehr Demokratie drin.

Dieter Schmid, Norderstedt

Dumm und infantil

15. Mai: "Anonyme Glosse sorgt für Wirbel"

Auf der Titelseite der CDU-Broschüre sieht man Damen und Herren in Winterkleidung. Das hat einen hohen Symbolwert, denn es zeigt, dass die CDU weiß, dass sie sich bei der Kommunalwahl, die ihrer Meinung nach am 28. Mai und nicht am 26. Mai stattfindet, warm anziehen muss. So weit, so schlecht.

Nun zur Glosse. Etwas derartig Dummes, Primitives und Infantiles habe ich lange nicht mehr gelesen. Ich glaube zu wissen, von wem es stammt. Ich begebe mich nun auf das Niveau der Orts-Union, mit der Deutung der Buchstaben CDU: C haos D urch U nfähigkeit.

Ich habe auf Orts- und Bundesebene schon öfter der CDU meine Stimme gegeben, bin aber vom jetzigen Personal hier in Henstedt-Ulzburg tief enttäuscht.

Joachim Dultz, Henstedt - Ulzburg

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten.

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