Norderstedt

Wer zuerst kommt, wählt zuerst

Im Wahlamt der Stadt Norderstedt kann man jetzt schon seine Stimme zur Kommunalwahl abgeben

Norderstedt. Heinrich, 78, und Inge Muus, 73, haben am Sonntag schon was vor. Und deswegen werden sie es nicht zur Kommunalwahl in ihr Wahllokal schaffen. Aber es kommt ihnen überhaupt nicht in den Sinn, deswegen auf ihre Möglichkeit zur Mitbestimmung in Norderstedt zu verzichten. "Wählen gehen - das muss man schon", sagt Inge Muus.

Am Dienstag haben die beiden Rentner im Wahlamt der Stadt Norderstedt ihre Kreuzchen gemacht. "An der einzig richtigen Stelle", wie sie sagen, auch wenn sie verschweigen, welche das ist. "Wir haben gewählt - und jetzt wird alles besser", verspricht Ingrid Muus. Seit 73 Jahren, also ihr ganzes Leben lag, wohnt sie an der Ulzburger Straße in Harksheide. "Ich bin da früher mit dem Roller gefahren und habe meinen Puppenwagen geschoben", sagt die Harksheiderin. "Jetzt ist die Ulze eine Hauptverkehrsader. Und zu manchen Tageszeiten eine Rennstrecke für Motorräder und Autorennfahrer. Die müssten da mal viel öfter blitzen", sagt Heinrich Muus. Ein Appell an die Kommunalpolitik.

Neben dem Ehepaar Muus kleckern auch nach und nach weitere Früh-Wähler in die Räume des Wahlamtes in der Galerie des Rathauses. Viele wollen für sich oder die Eltern die Briefwahlunterlagen abholen. Dabei haben muss man dafür aber die ausgefüllte Wahlbenachrichtigungskarte und einen Ausweis. Eine junge Dame blitzt beim Mitarbeiter der Stadt Norderstedt ab, weil sie nichts davon dabei hat. Geöffnet ist das Wahlamt noch bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, am Donnerstag zusätzlich zwischen 13.30 und 18 Uhr. "Viel war bisher noch nicht los", sagt der städtische Mitarbeiter. Das lässt nicht gerade auf eine hohe Wahlbeteiligung am Sonntag hoffen.

Kurz vor 12 Uhr betritt ein Mann das Amt und will wählen. "Mittagspause!" schallt es ihm von jenseits des Tresens entgegen. "Jetzt habe ich mich extra aufgemacht!" stöhnt der Mann. Tatsächlich darf er dann doch noch vor dem Kantinengang der Beamten seine staatsbürgerliche Pflicht erledigen. Jede Stimme zählt!