Kommunalwahl

Kaltenkirchen: Wichtige Fragen - kurze Antworten

Das Wachstum Kaltenkirchens wird in der kommenden Wahlperiode zu den größten kommunalpolitischen Herausforderungen gehören. Die aktuelle Sitzverteilung in der Stadtvertretung: CDU neun Sitze, SPD sechs, FDP sechs, vier fraktionslose Stadtvertreter.

Die Kandidaten aus Kaltenkirchen

Kurt Barkowsky, 62, trat 1989 in die CDU ein und arbeitet seit 1994 in der Stadtvertretung. Seit 1995 gehört er dem Magistrat und dem Nachfolgegremium Hauptausschuss an, seit 2003 ist er Vorsitzender. Die Führung der CDU-Fraktion übernahm der gebürtige Schmalfelder 2006. Außerdem ging er 2010 als Nachrücker in den Kreistag, für den er sich bei der Kommunalwahl erneut bewirbt. Der gelernte Kaufmann Barkowsky betreibt ein Eiscafé und hat 2012 geheiratet.

Karl Stanek, 65, gehört zu den altgedienten Kaltenkirchener Sozialdemokraten. 1978 trat er in die SPD ein, 1982 errang der gebürtige Dortmunder erstmals einen Sitz in der Stadtvertretung, der er zunächst bis 1994 angehörte. Von 1990 bis 1994 war er Bürgervorsteher und unterbrach danach aus beruflichen Gründen seine kommunalpolitische Arbeit. 2007 stieg er erneut in die Kommunalpolitik ein. Bis zu seiner Rente war Stanek Landesfachbereichsleiter bei Ver.di.

Katharina Loedige, 51, trat 1988 in die FDP ein. Im Jahr 2000 kam sie als Nachrückerin für den Bramstedter Abgeordneten Joachim Behm in den Kreistag und gehört dem Gremium seitdem an. Den Vorsitz des Kreisverbands übernahm Loedige 2009. Im selben Jahr wurde sie Landtagsabgeordnete, 2012 musste sie den Landtag verlassen. Der Stadtvertretung gehört die alleinstehende Politikerin seit Herbst 2012 an. Loedige ist Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte.

Reinhard Bundschuh, 59, gehört seit 2004 Pro Kaki an. Die Organisation begann als Bürgerinitiative und wurde 2012 eine Wählergemeinschaft. Bundschuh ist seit 2006 Pro-Kaki-Vorsitzender. Als parteiloses Mitglied arbeitete der Kaufmann bis 2007 für die FDP im Bau- und Umweltausschuss. 2008 trat er in die Partei ein, gewann seinen Wahlkreis direkt und gehörte bis 2012 der FDP-Fraktion an. Partei und Fraktion verließ er mit der Gründung der Wählergemeinschaft.

Danny Blechschmidt, 36, trat Anfang 2010 der Partei Die Linke bei und ist Sprecher und Spitzenkandidat des Ortsverbands. Außerdem arbeitet er als bürgerliches Mitglied im Ausschuss für Ordnung, Verkehr und Gesundheit des Kreistages. Sein Engagement begründet der gebürtige Leipziger mit den kommunalpolitischen Verhältnissen. Blechschmidt, der als Justizvollzugsbeamter arbeitet, zog 2008 nach Kaltenkirchen. Dort lebt er mit seiner Frau und zwei Kindern.

Wo soll Kaltenkirchen noch wachsen?

Wie vor zwei Jahren im beschlossenen Verkehrsgutachten beschrieben, wird Kaltenkirchen weiter wachsen. Hierzu haben wir Aufstellungsbeschlüsse gefasst für den B-Plan 60 an der Süderstrasse für 120 Wohneinheiten. In der Innenstadt sind auf schon lange brachliegenden Grundstücken Neubauten für rund 100 Wohneinheiten geplant. Im Gebiet des Hochhauses wird ein neues Wohnquartier mit fast 800 Wohneinheiten in den nächsten acht Jahren entstehen.

Mit der Erschließung des Gewerbegebietes Hochmoor und der Ausweisung der neuen Wohngebiete zwischen Flottmoorring, Süderstraße und Krückauring sowie südlich des Krückaurings werden die Wachstumsgrenzen Kaltenkirchens aus meiner Sicht in den nächsten Jahren erreicht. Allein das geplante Projekt "Seequartier" mit rund 860 Wohneinheiten wird weitere erhebliche Folgeinvestitionen in die Infrastruktur der Stadt erfordern.

Die FDP begrüßt die Ansiedlung von Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen und unterstützt die Erweiterungswünsche bestehender Firmen. Die Ausweisung des neuen Gewerbegebiets südwestlich in Kaltenkirchen ist in der Umsetzung. Um der Belegschaft in diesen Firmen mit ihren Familien Wohnraum bieten zu können, haben wir durch Erstellung von Bebauungsplänen die Möglichkeit für den Neubau von Wohnungen und Häusern in Kaltenkirchen geschaffen.

Kaltenkirchens Bevölkerung wird noch bis 2025 wachsen. Ein bedarfsgerechtes und ausgewogenes Angebot an Wohnungen und Häusern sowie generationsübergreifendes Wohnen und bezahlbarer Mietraum sind hierbei wichtige Ziele. Im Umwelt- und Freizeitbereich unterstützen wir die Verlängerung des Krückauwanderweges, den Ausbau des Radwegenetzes und die Einbindung des Truppenübungsplatzes als Naherholungsgebiet.

Wohnen ist ein Grundbedürfnis - und dieses muss bezahlbar bleiben. Nur so kann eine ganzheitliche Stadtentwicklung in allen Lebensbereichen vorangebracht werden, sodass sich alle in der Stadt lebenden Generationen in der Berücksichtigung ihrer Interessen wiederfinden können. Die Stadtvertreter müssen sich für eine verbindliche 30-prozentige Quote aussprechen, um die erstellten Wohnungen, gefördert als Sozialwohnungen, bauen zu lassen.

Welche Projekte müssen jetzt politisch angeschoben werden?

Eine weitere Ausweisung für umweltverträgliche Gewerbegebiete. Stärkung unserer Wirtschaftsförderung. Die Erweiterung unseres kostenfreien Parkhauses für die Innenstadt und ordentliche Anbindung der Bahnhofsbebauung an das Zentrum. Neubau der Feuerwache und zusätzliche Ganztagsangebote für unsere Grundschulen. Weitere Kita - und Kindergartenplätze und Schaffung von Freizeitangeboten für den Bedarf aller Altersgruppen.

Wir Sozialdemokraten wollen das Bildungsangebot in unserer Stadt weiterentwickeln und optimale Voraussetzungen für Erziehung und Bildung schaffen. Die Regionalschulen sollen zu Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden. An der Gemeinschaftsschule soll eine gymnasiale Oberstufe eingerichtet werden. Es soll offene Ganztagsangebote auch in allen Grundschulen geben.

Unsere Innenstadt muss attraktiver gestaltet werden. Auf dem Grünen Markt und während des Wochenmarkts am Sonnabend müssen Events für Jung und Alt veranstaltet werden. Zur Unterstützung der Energiewende haben wir eine Bürgerenergiegenossenschaft auf den Weg gebracht, an der sich interessierte Privatpersonen beteiligen können und eigene Dächer für die Gewinnung von Solarenergie zur Verfügung stellen.

Lärmschutzmaßnahmen im Zuge des sechsspurigen A-7-Ausbaus. Der geplante acht Meter hohe Wall muss realisiert werden - und ein weiterer Lärmschutzwall für die südlichen Wohngebiete, der bereits 1993 hätte gebaut werden sollen. Ebenso weitere Aufforstungsmaßnahmen. Der Baumbestand sollte - wie in anderen Orten auch - mit Hilfe einer Baumschutzsatzung kontrolliert und geschützt werden. Hamburg hat bereits seit 65 Jahren eine Baumschutzsatzung.

Die Linke will Steuererhöhungen wie Grund- und Hundesteuer sowie Kita-Gebührenerhöhungen verhindern, um nicht verschwenderische Bauvorhaben mitzufinanzieren. Eines unserer Projekte werden bezahlbare Kitas sein, denn sie sind der Schlüssel zur gleichberechtigten Teilhabe beider Eltern am Erwerbsleben und Bestandteil einer familienfreundlichen Stadt. Weiter wollen wir eine Erhöhung der Verkehrsicherheit von Kindern auf Schulwegen erreichen.

Wie wollen Sie die Arbeit in den politischen Gremien für die Bürger interessanter und transparenter gestalten?

Wir haben schon die Ausschusssitzungen weiter geöffnet, indem die Bürger bei jeder Beschlussvorlage die Möglichkeiten haben, ihre Meinung mit einzubringen. Jeder bekommt den Sachverhalt schriftlich aufgezeigt. Die CDU bietet offene Vorstandsitzungen an, und wir nehmen Wünsche und Vorstellungen unserer Bürger zur Bearbeitung auf. Es werden Stadtteilgespräche angeboten. Die Bürgerinnen und Bürger müssen es nur noch besser annehmen.

Wir wollen Verwaltungshandeln bürgernäher und offener gestalten und die lokale Demokratie stärken. Alle Beteiligten - auch die Bevölkerung - sollen rechtzeitig in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Ein benutzerfreundliches Bürgerinformationssystem soll geschaffen werden. Alle Strukturen und Abläufe der Verwaltung sollen auf das Prinzip der Bürgerbeteiligung überprüft werden.

Wir haben im Frühjahr die Hauptsatzung so geändert, dass künftig in den Ausschüssen zu allen Tagesordnungspunkten Fragen der Bürgerinnen und Bürger möglich sind. Die Sitzungstermine mit Tagesordnung sollten als "Termin-Info" wöchentlich - mit Angabe der Internetadresse - veröffentlicht werden.

Durch häufigere Einwohnerversammlungen und Workshops wird die Bevölkerung stärker in die Planungen eingebunden. Eine Diskussion zu den Tagesordnungspunkten sollte bei Bedarf in den Sitzungen möglich sein. In einer Pro-Kaki-Bürgersprechstunde werden wir regelmäßig Ideen und kreative Vorschläge aus der Bevölkerung sammeln können und in die Arbeit einbringen.

Um die Arbeit in den Gremien für die Bürger interessanter und transparenter zu gestalten, bedarf es eines Soll- /Ist-Vergleiches. Die Bürger sollen erkennen, welche Analysen zu welchen Entscheidungen führen. Hierzu müssen Hintergründe sowie die Beteiligten offenbart werden. Der Bürger soll ermutigt werden, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren.

Braucht Kaltenkirchen mehr Einzelhandel?

Der Einzelhandel gehört zu einer gut angenommenen Innenstadt. Hier fehlt es in Kaltenkirchen. Wir arbeiten daran, eine funktionierende Bahnhofsbebauung mit guter Innenstadt-Anbindung zu bekommen. Darüber hinaus werden wir ein neues Ohlandcenter mit zusätzlichen Einzelhandel unterstützen, damit die Kaufkraft bei uns wieder steigt.

Zurzeit befinden sich entlang der Kieler und Hamburger Straße mehrere Nahversorgungsmärkte (Penny, Aldi, Lidl, Sky im Bau). Ein weiterer größerer Versorgungsmarkt befindet sich mit Rewe am Flottkamp. Neben der geplanten Erweiterung von Dodenhof sollte daher das Augenmerk auf die zentrale Einkaufslage Holstenstraße/Grüner Markt gelegt werden.

Ja! Das Angebot, insbesondere für Baby- und Kinderkleidung, aber auch für Lederwaren und Schuhe ist gering. Jungen Familien, aber auch der älteren Generation soll es möglich sein, ihre Bedürfnisse in Kaltenkirchen decken zu können. Die FDP tritt seit langem für die Erweiterung der Firma Dodenhof ein, auch im Interesse der Mitarbeiter aus unserer Region.

Dodenhof als größter Arbeitgeber der Stadt muss die Fläche und das Sortiment erweitern können, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Innenstadt könnte durch eine Ausweitung des gastronomischen Angebotes belebt werden. Zur Nahversorgung der westlichen Wohngebiete wäre ein weiterer Lebensmittel-Markt wünschenswert.

Wichtig für den Einzelhandel sind bezahlbare Mieten für Geschäfts- und Büroräume. Insgesamt sind Anreize zur Selbstständigkeit mit Ziel der Firmenniederlassung zu schaffen, um mehr Lehrstellen zu schaffen. Wir werden den Einzelhandel unterstützen, aber einen gesetzlichen Mindestlohn und Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen einfordern.