Kreis Segeberg

Vorwürfe gegen Politiker Dose

Es geht um eine Vereinsspende. Der Ellerauer sieht sich im Recht und tritt zur Kommunalwahl an

Kreis Segeberg . Am 26. Mai entscheiden die Wähler auch über die Zusammensetzung des Segeberger Kreistages. Sechs Parteien und der Einzelbewerber Joachim Dose aus Ellerau bewerben sich um die Sitze im Kreisparlament (Seite 4). Die künftige politische Zusammensetzung ist auch wichtig bei der Landratswahl im nächsten Jahr. Zuletzt konnten die Bürger entscheiden, wer an der Spitze der Kreisverwaltung steht, künftig wählt der Kreistag selbst eine Landrätin oder einen Landrat.

Joachim Dose ist immer mal wieder für Schlagzeilen gut. Er bekam Hausverbot in zwei Ellerauer Bäckereien, weil er eine Mitarbeiterin und Polizisten beleidigt hatte. Im Vorjahr musste sich der Ellerauer den Vorwurf gefallen lassen, kaum im Kreistag präsent zu sein. Und in der letzten Sitzung der Ellerauer Gemeindevertretung wurde Dose erneut attackiert. Wo sind die 5000 Euro geblieben? Das wollte FDP-Gemeindevertreter Hans Bihl von Elleraus Bürgermeister Eckart Urban wissen.

Bihl präsentierte zwei Spendenbescheinigungen für nur eine Summe, beide ausgestellt von der Gemeinde Ellerau. Anlass der Nachfrage: Rita Tensfeld hatte Joachim Dose, Vorsitzender des Vereins Wir für Ellerau, am 10. Mai vor zwei Jahren 5000 Euro in bar als Spende für den Verein übergeben. Im September 2012 erhielt sie eine Spendenbescheinigung, ausgestellt von der Gemeinde Ellerau. Als Tag der Geldübergabe wird der 15. Februar 2012 genannt. Im Januar 2013 bekam sie eine Zweitschrift, als Übergabetag wird der 25. Mai 2011 genannt.

"Die Gemeinde hat die Bescheinigungen nicht ausgestellt, sondern die Verwaltung in Norderstedt", sagte Urban - Ellerau bildet eine Verwaltungsgemeinschaft mit Norderstedt. Zwar sollten normalerweise die Empfänger selbst die Spendenbescheinigungen verfassen. Es sei aber durchaus üblich, dass die Verwaltung den Vereinen das abnimmt. "Fest steht, dass weder bei uns noch in Norderstedt der fragliche Betrag eingegangen ist", sagte Urban.

Damit gab sich Bihl nicht zufrieden. Er habe Dose gebeten, die Ungereimtheiten aufzuklären, vor allem, wo das Geld zwischen dem 10. Mai 2011 und dem Buchungstag am 15. Februar 2012 war. Doch der Vereinsvorsitzende sei ihm eine Antwort schuldig geblieben. "Ich kann und will zum jetzigen Zeitpunkt nur sagen, dass die Spende ordnungsgemäß verbucht worden ist", sagt Dose. Der Eingang sei auf dem Kassenbeleg vom 15. Februar 2012 festgehalten worden, er und Schatzmeisterin Andrea Suderow hätten den Beleg quittiert. Die Zweitschrift sei nötig geworden, da die Spenderin das Original verloren habe.

Alles Weitere werden die Kassenprüfung und die Jahreshauptversammlung ergeben. Die soll aber erst nach der Kommunalwahl stattfinden, um den Verein nicht weiter in Misskredit zu bringen. "Denn das hat Herr Bihl ja schon erreicht", sagt Dose. Der bekam Unterstützung von Joachim Wehner, Fraktionschef des Bürgervereins: "Wo ist der Straftatbestand? Das ist doch nur Wahlkampfgetöse", sagte er.