Norderstedt

Lang, aber kurzweilig - die Lesenacht in der Stadtbücherei

"Schlaf fei' g'sund undreck' den Arsch zum Mund", sangen die Merlinis zum Abschied.

Norderstedt . Wolfgang Amadeus Mozart dichtete diese Zeilen, und er schrieb auch noch gleich die Melodie dazu. Und mit diesem Spruch schickte das Norderstedter Ensemble Merlini die Zuhörer bei der Langen Lesenacht in der Stadtbücherei im Rathaus ins Bett.

Mitternacht war es inzwischen geworden, um 18 Uhr hatte der Lese-Marathon begonnen, zwischendurch gab es Leckeres vom Büfett, das die Gleichstellungsstelle gezaubert hatte. Unter dem Buchwelttag-Motto "Frohnatur und Stinkstiefel, Angsthase und Schelm" hatte Buchhändler Wolfgang Dellke von der Buchhandlung am Rathaus bitterböse, rotzfreche und saukomische Texte zusammengestellt. Gelesen wurden sie wieder von Norderstedterinnen und Norderstedtern, darunter die Kulturpreisträgerin und Autorin Christa Heise-Batt, die Krimi-Autorin und Schreib-Dozentin Ingrid Weißmann, die Rezitatorinnen Inka Hahn und Ilse Becker, Stadtvertreterin Maren Plaschnick, die Pastoren Friedhelm Schirmer und Joachim Tegtmeyer, Vorleser Hans-Dieter Pagalies und Peter Meding.

Die unterschiedlichen Stimmen und Temperamente gaben jedem der mehr als 20 Texte einen eigenen Ausdruck. Alle Texte, ob Prosa oder in Versform, erzählen von skurrilen und absurden Figuren, die Autoren wie Erich Kästner, Eugen Roth, Mascha Kaléko, Joachim Ringelnatz und Heinrich Mann mit Wonne und viel Boshaftigkeit beschrieben haben. Ein sehr kurzweiliger langer Leseabend!

( (lin) )

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