Borstel

Weitere sieben Jahre Geld für Borstel

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Leibniz-Gesellschaft bescheinigt dem Forschungszentrum erfolgreiche Arbeit

Borstel . Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat nach Abschluss der wissenschaftlichen Evaluierung, also der Analyse und Bewertung von Prozessen und Organisationseinheiten, Bund und Ländern empfohlen, das Forschungszentrum Borstel weiterhin gemeinsam zu fördern. Damit ist sicher, dass zwei nachgewiesene Fälle von wissenschaftlichem Fehlverhalten keine Folgen für das Zentrum haben werden.

Das Forschungszentrum Borstel ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die einen Zusammenschluss von derzeit 86 wissenschaftlich, rechtlich und wirtschaftlich eigenständigen Forschungsinstituten und wissenschaftlichen Serviceeinrichtungen in Deutschland bildet und damit eine der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen ist.

Insgesamt bescheinigt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft dem Forschungszentrum Borstel eine erfolgreiche Arbeit. Die enge Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik Borstel biete die Möglichkeit einer ganzheitlichen Betrachtungsweise. Grundlagenforschung und klinische Anwendung greifen am Forschungszentrum Borstel sinnvoll ineinander, so der Leibniz-Senat.

In den vergangenen Jahren habe die Leitung des Zentrums gemeinsam mit den Gremien eine überzeugende Neuorganisation des Instituts erreicht, heißt es in einer Erklärung der Leibniz-Gemeinschaft. Der Senat hebt hervor, dass die Leitung des Leibniz-Zentrums in den vergangenen Jahren ein "vorbildliches wissenschaftliches Qualitätsmanagement" entwickelt habe.

Im Forschungszentrum ist man froh über die Einschätzung des Senats. Denn in der Vergangenheit waren Vorwürfe zu wissenschaftlichem Fehlverhalten gegen einzelne Personen am Zentrum bekannt geworden: Die frühere Direktorin, Professor Silvia Bulfone-Paus, und eine Mitarbeiterin ihrer Arbeitsgruppe wurden schriftlich gerügt - Bulfone-Paus wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht, Dr. Elena Bulanova wegen Verfälschung von Daten und Forschungsergebnissen durch Manipulation einer Darstellung und einer Abbildung. Im Forschungsteam von Silvia Bulfone-Paus waren zwischen 2001 und 2010 ein Dutzend Arbeiten entstanden, die aufgrund von nachgewiesenen oder möglichen Manipulationen zurückgezogen werden mussten. Eine Bewertung der Universität Lübeck, in der Bulfone-Paus gelehrt hat, steht noch aus.

Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Instituts für sieben weitere Jahre fortzusetzen. Das Forschungszentrum wird dann erneut evaluiert werden. International ausgewiesene Sachverständige, die durch schriftliche Unterlagen und bei einem Besuch informiert werden, bewerten spätestens alle sieben Jahre die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Auf dieser Grundlage verabschiedet der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme, die Empfehlungen zur weiteren Förderung enthält.

( (kn) )

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