Todesfelde

Wirbelwind am Spielfeldrand

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Ulrich Stückler

Handballtrainerin Gabriella Nemeth treibt ihr Oberliga-Frauenteam der SG Todesfelde/Leezen zum 30:25-Sieg über Lauenburg

Todesfelde. Wenn es möglich sein sollte, einer Handball-Mannschaft allein durch Schreien, Gestikulieren und Toben am Spielfeldrand den Klassenerhalt zu sichern, dann brauchen sich die Oberligafrauen der SG Todesfelde/Leezen um ihre sportliche Zukunft keine Sorgen zu machen. Denn was Trainerin Gabriella Nemeth in den 60 Minuten einer Partie neben dem Spielgeschehen leistet, ist beachtlich.

Permanent ruft sie ihren Spielerinnen Anweisungen zu, lebt jede Situation in Gestik und Mimik nach, Ballgewinne wie Ballverluste werden ähnlich emotional, lautstark kommentiert. Die se Frau steht unter Strom.

"Ich weiß nicht, was ich in so einer Partie an Energie verbrauche. Aber nach einem Spieltag bin ich komplett erschöpft", gibt die engagierte Todesfelder Handballtrainerin - wenig überraschend - von sich preis.

Auch im so wichtigen Vier-Punkte-Heimspiel gegen den Lauenburger SV, der bislang mit drei Zählern Vorsprung vor der SG auf einem der beiden noch erreichbaren Nichtabstiegsplätze rangierte, wurde Nemeths Engagement von ihrem Team belohnt. Mit 30:25 (14:12) fuhren die Aufsteigerinnen ihren vierten Saison-Heimsieg ein und verkürzten den Rückstand auf das rettende Ufer auf nur noch einen Punkt.

Einziger kleiner Wermutstropfen bei diesem so wichtigen Erfolg aus Sicht der SG Todesfelde/Leezen: Der Sieg fiel um einen Treffer zu niedrig aus. Da das Hinspiel mit 23:28 verloren wurde, würden die Lauenburgerinnen im Falle des direkten Vergleichs in der Endabrechnung die Nase vorn haben.

Ein Szenario, das angesichts der letzten Auftritte von Nemeths Frauen ärgerlich wäre, denn seit der Rückkehr von Franziska Haupt und der Verstärkung durch Catherin Weh präsentiert sich die SG als anderes Team. Dabei schlagen zwar die vielen Tore der zweitligaerfahrenen Franzi Haupt zu Buche - gegen Lauenburg waren es elf aus dem Spielgeschehen heraus -, doch auch Selbstbewusstsein und taktisches Verhalten sind nun absolut oberligawürdig.

"Mein Team hat eine unglaubliche Arbeit geleistet. Von den letzten 20 Minuten haben wir zwölf in Unterzahl bestritten", sagte Nemeth, die auf Routinier Christina Haupt wegen einer roten Karte vom 29:21-Sieg über Lübeck 76 verzichten musste. "Wir haben dennoch das Gegenstoßspiel der Lauenburgerinnen gut unterbinden können."

Tore der SG ToLee: Franziska Haupt (16/davon 5 Siebenmeter), Linda Sternberg (5), Carina Schramm, Melanie Hall (je 4), Hanna Pohlmann (1).

Tabelle: 1. HSG Kropp/Tetenhusen (36:8 Punkte), 2. TSV Ellerbek (36:8), 3. ATSV Stockelsdorf (34:10), ..., 10. Lauenburger SV (14:30), 11. HSG Holstein Kiel/Kronshagen (14:30), 12. SG Todesfelde/Leezen (13:31), 13. Bredstedter TSV (10:34), 14. SG Hamburg-Nord (4:40).

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