Alles eine Frage der richtigen Betonung

Beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs der sechsten Klassen setzte sich Maximilian Menster gegen seine Mitstreiter durch

Norderstedt. Am Sonnabend nahm Maximilian Menster an der Mathe-Olympiade teil, am Freitag bewies er, dass nicht nur Rechnen, sondern auch Vorlesen eine Kleinigkeit für ihn ist. Der Schüler des Norderstedter Lessing-Gymnasiums wurde in der Stadtbücherei Sieger beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs aller sechsten Klassen quer durch die Schularten.

Maximilian überstand die Vorrunde locker und machte es nach Ansicht der siebenköpfigen Jury in der Endrunde am besten. Organisiert wurde der Wettbewerb zum 17. Mal von Christina Gerisch, Leiterin der Kinderbücherei. Veranstalter ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Maximilian hatte sich bei seiner "Kür" im ersten Teil des Vorlesewettbewerbs für Tolkiens Buch "Der kleine Hobbit" entschieden. Er erwies sich als ein toller Vorleser, aber viele andere Kinder machten es ebenfalls sehr gut. Die Jury hatte es also nicht leicht, zu einem gerechten Ergebnis zu kommen. Lange wurde hinter verschlossenen Türen diskutiert, bevor feststand, welche sieben Kinder in die Endrunde gelangen sollten. Auf diese Zahl nämlich einigte sich die Jury, weil sie möglichst vielen guten Vorlesern die Chance geben wollte, in der Endrunde noch einmal ihr Können zu zeigen.

Nach der Kür - der Teil des Wettbewerbs, in dem die Kinder aus einem Buch ihrer Wahl lesen durften - kam die Pflicht. Christina Gerisch legte ihnen ein Buch vor, dass erst vor zwei Wochen in den Handel gekommen war. "Hugo chillt" von Sabine Zett. Einen fremden Text zu lesen - das war schon eine echte Herausforderung für die Teilnehmer.

Auch hier erwies sich, dass die Endrundenteilnehmer nicht zufällig weitergekommen waren. Fast alle lasen fehlerfrei, viele mit guter Betonung, einige mit genau der richtigen Betonung an genau den richtigen Stellen. Die Jury setzte Maximilian Menster nach langen Beratungen auf den ersten Platz, die anderen sechs Endrundenteilnehmer belegten geschlossen den zweiten Platz.

Der zwölfjährige Maximilian ist eine echte Leserratte, der besonders gerne Fantasybücher liest. Und weil er so gerne liest, hat er auch einen besonderen Berufswunsch, der viel mit Büchern und dem Lesen zu tun hat: Er will eines Tages mal Lektor bei einem Verlag werden. Ehrgeiz beweist er jetzt schon: Er ist Klassenbester, spielt seit drei Jahren Klavier - und war trotzdem aufgeregt vor dem Lesetest in der Stadtbücherei Norderstedt-Mitte. "Ich hatte ganz schön Lampenfieber", sagte der Gewinner nach Abschluss des Wettbewerbs. Gemerkt hat es, ehrlich gesagt, niemand. Höchstens seine Eltern, die im Publikum saßen und ihrem Sprössling die Daumen drückten.

Maximilian hat jetzt die Chance, sich über den Regionalwettbewerb für den Landesvorlesewettbewerb zu qualifizieren.