Auf dem Sprung ins Baskenland

Leichtathletin Ingeborg Thoma von der LG Alsternord startet im März bei der Hallen-EM in San Sebastian

Norderstedt. Dass sie ein Unikum ist, weiß Ingeborg Thoma schon lange. Bei Leichtathletikwettbewerben auf regionaler Ebene ist die 60-Jährige oft allein auf weiter Flur und - zumindest in ihrer Altersklasse - die einzige Starterin. Zuletzt erlebte die Norderstedterin diese Situation bei den gemeinsamen Hallen-Landesmeisterschaften der Senioren von Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Die vier ersten Plätze im Weit- und Hochsprung sowie im 60- und im 200-Meter-Lauf, die neben weiteren Platzierungen in der Alsterdorfer Halle zu Buche standen, kamen ohne Gegner zustande. Um zumindest optische Konkurrenz zu haben, musste Ingeborg Thoma gegen ältere oder jüngere Teilnehmerinnen antreten; gewertet wurden diese allerdings in ihren Altersklassen.

Auch im Training ist sie seit nunmehr 15 Jahren nahezu komplett allein unter Männern. Bei der LG Alsternord herrscht im Seniorenbereich ein reges Treiben, doch Frauen sind immer noch Mangelware. Trotzdem hat die gebürtige Niedersächsin nach wie vor Spaß an Wettkämpfen.

Ihr Ehemann Toni Thoma ist als Betreuer und Trainer stets an ihrer Seite. Dabei ist er allerdings nicht nur Förderer, sondern auch ihr größter Kritiker. Kein Wunder, denn als Sportlehrer ist es Toni Thoma gewohnt, seine Schüler zu verbessern und ihnen Tipps zu geben, wie sie ihre Leistung optimieren können.

Die französische Auvergne war Schauplatz ihres größten Erfolges

Für Ingeborg Thoma hat der Sport schon immer eine zentrale Rolle im Leben gespielt. Volleyball, Fußball, Handball, Turnen, Gymnastik, Triathlon, - es gibt kaum eine Sportart, die die Sport-, Mathematik- und Physiklehrerin des Lise-Meitner-Gymnasiums noch nicht ausprobiert hat. Spaß und Fitness standen dabei stets im Vordergrund. Aber auch die Aussicht auf gute Platzierungen und Edelmetall motiviert die routinierte Sportlerin nach wie vor. Neben vielen Landestiteln hat Thoma mittlerweile auch Europa- und Weltmeisterschaftsmedaillen gesammelt.

Einen ihrer größten Erfolge feierte die Oberstudienrätin bei der Senioren-WM 2008 in Clermont-Ferrand (Frankreich). Im Herzen der Auvergne-Region sprintete die damals 55-Jährige gemeinsam mit Waltraud Krähe (Penzberg), Karin Schmitt (Mainz) und Ulrike Hiltscher (Zittau) in 2:07,56 Minuten zum Titel in der 4 x 200-Meter-Staffel der Altersklasse W 55.

Vom 19. bis 24. März folgt nun die nächste internationale Herausforderung - die Hallen-EM in San Sebastian (Spanien). "Ich habe allerdings ein kleines Problem. Demnächst stehen am Lise-Meitner-Gymnasium die Abiturprüfungen an. Ich kann leider nicht von Anfang an in Spanien dabei sein. Auf den 60-Meter-Lauf zu Beginn der Titelkämpfe muss ich verzichten", sagt Ingeborg Thoma, die umgehend nach dem Austeilen der Klausuraufgaben ins Flugzeug steigen wird.

Starten wird die Pädagogin über 200 Meter und Weitsprung. Mit dabei in San Sebastian sind für die LG Alsternord zudem Axel Wendt (M 70) und Horst Hufnagel (M 75).

Am 23./24. Februar findet in Düsseldorf die Hallen-DM der Senioren statt

Bevor das LGA-Trio ins Baskenland aufbrechen wird, stehen in Düsseldorf am 23. und 24. Februar noch die Deutschen Hallen-Meisterschaften der Senioren an. Hier wird die Konkurrenz - nicht nur für Ingeborg Thoma - dann sicher ein wenig größer sein als zuletzt in der Alsterdorfer Leichtathletikhalle.

Während die "Oldies" in Hamburg um die Einzeltitel kämpften, war der Nachwuchs der LGA an selber Stelle im Mehrkampf unterwegs. Daniela Schuhmann und Rebecca Nissen (Jahrgang 1999) landeten in der Fünfkampf-Disziplin der Jugend U 16 auf den Plätzen vier und sechs. Für die erhoffte U-16-Mannschaftswertung konnten sich die LGA-Talente nicht qualifizieren, denn die dritte Starterin Louisa Schiffner musste kurzfristig aus Krankheitsgründen absagen.