Kritik an der Ansiedlung von Netto

WHU vermisst klare Aussagen über die Folgen für den innerörtlichen Verkehr

Henstedt-Ulzburg . Die Wählergemeinschaft Henstedt-Ulzburg kritisiert die Entscheidung der Gemeindevertretung über die Ansiedlung eines Logistikzentrums von Netto-Marken-Discount im Gewerbegebiet. Die WHU will stärker auf die Ansiedlung von "gesunden mittelständischen Betrieben" setzen, die in Henstedt-Ulzburg ihren Firmensitz haben. Dies biete nicht nur bessere Aussicht auf höhere Gewerbesteuer, sondern auch attraktivere Arbeitsplätze sowie Ausbildungsplätze.Die WHU wirft der Verwaltung "Konzeptlosigkeit" bei Fragen der Gewerbeansiedlung vor.

Unklarheiten über die steuerlichen Auswirkungen und ihrer Ansicht nach schwammige Aussagen über nicht verpflichtende Beschäftigungszahlen haben nach Angaben von Christiane Schwarz, Verkehrsexpertin der WHU und Mitglied im Finanz- und Wirtschaftsausschuss, zu der ablehnenden Haltung ihrer Fraktion geführt. "Wir wollen ja nicht als Hauptziel einen Logistiker ansiedeln, damit er seine Logistikhallen bauen kann. Wir erwarten doch durch eine solche Ansiedlung auch positive Effekte der Einnahmen aus Gewerbesteuer und Einkommensteuer für Henstedt-Ulzburg."

Außerdem fehle eine fundierte Aussage zu den verkehrlichen Konsequenzen der Ansiedlung eines Logistikunternehmens für Henstedt-Ulzburg. So gebe es keine Angaben zu den Zahlen der erwarteten Lkw, die dann möglicherweise zusätzlich durch den Ort fahren. "Vielmehr glaubt man fest daran, dass sämtlicher Anliefer- und Verteilverkehr eines mittlerweile fast ohne Nachtruhe arbeitenden Logistikers über die Autobahn erfolgen würde", sagt die WHU-Politikerin. "Im Gewerbegebiet an der Autobahn sind noch weitere 800.000 Quadratmeter frei. Wenn sich weitere Logistikcenter dort ansiedeln, kann man sich schon mal ausmalen, was das dann für unseren Ort bedeutet."

Die WHU lehne daher reine Logistikzentren, die einen "beispiellosen Flächenverbrauch" nach sich ziehen, ab und setze sich stattdessen für "solide und dauerhafte Steuereinnahmen und eine vernünftige Gewerbepolitik" ein. Im Gegensatz zu mittelständischen Unternehmen seien hier vergleichsweise wenig Arbeitsplätze, zudem in der Regel von geringerer Qualifikation, vorzufinden.