Norderstedter Kulturball

Motto: "Ich hätt' getanzt heut' Nacht"

Der achte Norderstedter Kulturball erschien in neuem Gewand und kam bei den fast 500 Ballgästen gut an.

Norderstedt. Ganz in Rot mit romantischen Stickereien - das Abendkleid von Anika Pietschmann leuchtete fröhlich inmitten der überwiegend schwarzen Ballroben, und Ehemann Lars Pietschmann hatte sich passend zum Ballkleid seiner Frau eine rote Krawatte umgebunden. "Wir gehen gern auf Bälle, aber es gibt nur wenig in der Region", sagte das junge Paar. Aus Hamburg-Rahlstedt reisten sie an und waren vom Ambiente des Norderstedter Kulturballs in der "TriBühne" am Rathaus begeistert.

Für den achten Kulturball, der unter dem Motto "Ich hätt' getanzt heut' Nacht" stand, haben die Veranstalter Norderstedts beliebtestem Tanzvergnügen ein neues Kleid verpasst. Schon das Entree gestalteten die Ball-Organisatoren des Vereins Norderstedt-Marketing sehr einladend und geleiteten die Gäste auf einem roten Teppich in den Ballsaal. Die Band Nervling spielte zur Begrüßung auf, und die Ball-Organisatoren standen Spalier.

Auf den weiß gedeckten runden Tischen rund um die Tanzfläche im Saal verbreiteten brennende Kerzen in fünfarmigen Silberleuchtern ein warmes Licht. Ein großer Kronleuchter hing von der Decke und gab dem Ball ein elegantes Flair. Ein Glücksgriff ist die Öffnung der Empore für die Ballgäste. "Wir wollten den Raum nicht mehr verschenken, sondern für die Ballgäste nutzen", sagte Wolfram Dabow vom Veranstaltungsteam. Auch die Sektbar wurde im ersten Rang eingerichtet und geriet rasch zum Treffpunkt. "Von hier oben hat man alles gut im Blick", sagten Eva Reiners von der Stadtpark GmbH, Katja Clausen vom städtischen Kulturbüro und Jens Becker vom Musikverein Norderstedt. Die Kulturvereine waren ohnehin neben vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft gut vertreten. Die Mitglieder des Norderstedter Amateur-Theater (NAT) vergnügten sich gleich an mehreren Tischen. "Dieser Ball ist wieder eine runde Sache, man trifft sich, tauscht sich aus und ist einfach gut drauf", sagten Gitta Riken, Martina Linnig und Heiko Tank vom NAT. Der Kulturverein Malimu hatte im Untergeschoss der "TriBühne" witzige Skulpturen und Figuren aufgestellt.

Am Tisch wurden die Gäste mit einem kleinen Amuse Geule aus einer Edelfisch-Farce im Mangoldmantel mit Safran an Trüffelmayonnaise, Schweinefilet im Speck-Kurkuma-Mantel an Pflaumen-Chutney und gefüllte Rispentomate mit Mozzarellaperlen an Rucola-Pesto begrüßt. Dafür gab es in der linken Saalhälfte kein Büfett und damit auch keine Essensgerüche mehr. Wer essen wollte, bestellte am Tresen, das Gericht wurde in der Küche des Kleinen Restaurants frisch zubereitet und am Tisch serviert. Roastbeef mit Bratkartoffeln für Leute mit Heißhunger auf Deftiges, Käse- und Obstvariationen für Naschkatzen, Chili con Carne für Eintopf-Fans, und wer nach 22 Uhr immer noch Appetit hatte, konnte sich an Koch Rainer Sachs' Wagen mit der legendären "TriBühne"-Currywurst laben.

Tage- und sogar nächtelang haben die Organisatoren, darunter Britta Andres, Jürgen Dabelstein, Christa und Holger Lahn, Constanze und Wolfram Dabow mit Francis Stechemesser und Cornelia Suhr in Werkstatt und Keller des Norderstedter Inneneinrichters Suhr 510 Stuhl-Hussen aus weißem Stoff genäht, um die grauen Stühle der "TriBühne" zu kaschieren.

Weiß und Rot waren die dominanten Deko-Farben des Abends, mit ein paar roten Rosen an den Tresen und weißen Blumensträußen auf der Bühne als Farbtupfer. "Im nächsten Jahr werden wir auch die Balustrade schmücken", sagte Christa Lahn. Für Schwung auf der Tanzfläche sorgte die Kapelle Nightlights, mit Gesang aus "My Fair Lady", Arien und Trinkliedern begeisterten Sopranistin Yvonne Disqué und Tenor Philip Lüsebrink von Opernloft im Hamburger Engelsaal.