Leserbriefe an die Redaktion

Leserbriefe an die Redaktion

Toleranz und Verständnis

8 Januar: "Kinder sollen mit Spaß eine neue Sprache erlernen"

Natürlich begrüße ich die Ambitionen der Gemeinde Henstedt-Ulzburg sehr, Kindern schon früh und mit Spaß Fremdsprachen zu vermitteln. Doch bin ich der Meinung, dass diese Aufgabe von Menschen erfüllt werden sollte, die ganz ungezwungen mit der jeweiligen Sprache umgehen, weil es ihre Muttersprache ist. Gerade Kinder erlernen eine Fremdsprache leichter, wenn keine Flucht in die vertraute, deutsche Sprache möglich ist. Und sie verlieren schneller die Scheu vor dem Unbekannten, wenn auch der oder die Lehrer/in Fehler im Deutschen macht. Gleichzeitig lernen sie Toleranz und Verständnis. So ist Spaß garantiert.

Christiane Mielck-Retzdorff

25 Mitarbeiter müssen gehen

28. Dezember: "Kreis Segeberg schafft acht feste Jobs im Jobcenter"

Acht von 33 befristet Beschäftigten, das heißt 25 müssen (mal wieder) gehen. Dafür werden neue Mitarbeiter, wiederum befristet, eingestellt, die dann erst einmal ein halbes Jahr eingearbeitet werden müssen, ehe sie richtig starten können.

Acht gut qualifizierten Mitarbeitern ist ein fester Arbeitsvertrag 380 Euro pro Monat wert! Der Kreis Segeberg bezahlt acht gut eingearbeiteten Mitarbeitern für dieselbe Arbeit 380 Euro im Monat weniger als den Kollegen im Nachbarbüro. Und das Ganze wird dann auch noch als Erfolg vermeldet.

Eva Saussen, Henstedt-Ulzburg

Große Lösung ist notwendig

19. Dezember: "Anti-Stau-Konzept gesucht"

Wir sind 1982 aus Hamburg nach Henstedt-Ulzburg in die Norderstedter Straße gezogen. Für uns als Hamburger Stadtmenschen war zu diesem Zeitpunkt die Norderstedter Straße eine ganz normale Dorfstraße. Mittlerweile kann man dies so nicht mehr sagen. Inzwischen ist man, wenn man von seinem Grundstück herunterfährt, ein Verkehrshindernis, welches von den Verkehrsteilnehmern mit Lichthupe usw. bedacht wird.

Bereits um1980 wurden für eine Ostumgehung Grundstücke angekauft. Seitdem wir hier wohnen, wird über eine Umgehung diskutiert. Sämtliche Nebenstraßen sind inzwischen zu 30er-Zonen geworden, weil sich viele Autofahrer Schleichwege gesucht haben, um dem täglichen Chaos auszuweichen.

Man benötigt doch wirklich nur ein wenig gesunden Menschenverstand, um zu sehen, dass es ohne eine große Lösung nicht funktionieren wird.

Klaus-Rüdiger Daust, Henstedt-Ulzburg

Es geht auch anders

9. Januar: "Morddrohungen gegen einen Tiertrainer"

Die Schilderung des Videos entspricht nicht meinen Beobachtungen. Der Schäferhund sprang Michael Grewe nicht an, und er gab Schmerzenslaute von sich nach dem Schlag. Während des ganzen Videos zeigt der Schäferhund eine stark verunsicherte Körpersprache.

Selbstverständlich lehne ich Gewaltandrohungen gegen Michael Grewe ab. Ich trete für gewaltfreies Hundetraining ein, und ich trete auch für Gewaltfreiheit unter Menschen ein. Michael Grewe wendet bei der Hundeerziehung aber Gewalt an, und diese Diskussion soll nicht vergessen werden. Wir wissen nicht, ob der Schäferhund aus dem Video heute einigermaßen problemlos durch den Alltag geht, oder ob immer wieder Gewalt angewandt werden muss, um ihn kontrollieren zu können.

Ich leite selbst eine Hundeschule und arbeite mit aggressiven Hunden ausschließlich gewaltfrei: über Gegenkonditionierung, über allmähliche Gewöhnung, über Desensibilisierung und natürlich über Belohnung jedes noch so kleinen Fortschrittes. Meine Erfahrung: Es funktioniert!

Marion Elstrodt

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Schreiben Sie an norderstedt@abendblatt.de oder per Post an das Hamburger Abendblatt, Regionalausgabe Norderstedt, Rathausallee 64-66, 22846 Norderstedt