Etikettenhersteller Stielow beantragt die Insolvenz

Norderstedt. Die Stielow Label & Logistik GmbH hat beim Norderstedter Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt. Damit macht das Unternehmen mit Sitz an der Werkstraße in Norderstedt und bundesweit 70 Mitarbeitern einen von Mitarbeitern bereits Anfang Oktober befürchteten Schritt in die Zahlungsunfähigkeit (wir berichteten).

Schon im September hatte Geschäftsführer Raymond Vogt den Mitarbeitern mitgeteilt, dass die September-Gehälter nicht pünktlich ausgezahlt werden könnten. Der Hersteller von Etiketten, Etikettendruckern und Etikettiersystemen hatte nicht mehr genügend Aufträge, um mit den Einnahmen die laufenden Ausgaben zu decken, hieß es in einem Rundschreiben an die Mitarbeiter zur Begründung.

Die Firmenleitung, die sich öffentlich bisher nicht zur Lage des Unternehmens geäußert hat, verkündete den Schritt in die Insolvenz bei einer Betriebsversammlung. Gegenüber Außendienstmitarbeitern des Unternehmens hat sich Geschäftsführer Vogt zur Insolvenz in einem Rundschreiben erklärt, das dem Abendblatt vorliegt. Darin heißt es: "Gestern habe ich Insolvenzantrag gestellt, da der Investor leider abgesprungen ist." Dem potenziellen Geldgeber sei das Leistungsspektrum des Unternehmens zu breit gefächert gewesen. "Dieses Vorgehen ist unseres Erachtens zwar nicht logisch nachvollziehbar, da er von vornherein unser Portfolio kannte, aber so ist nun mal die Situation", so Vogt weiter. Weitere Interessenten seien "am Ball", doch es fehle aufgrund der finanziellen Lage die Zeit zum Verhandeln. Die Berichterstattung des Abendblatts habe "auf breiter Front zur Schließung unserer Konten bei unseren Lieferanten geführt", so Vogt.

Über das weitere Schicksal der Firma und der Mitarbeiter wird nun ein Insolvenzanwalt entscheiden.

( (abm) )

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