Norderstedt
Kinderbetreuung wird teurer

Neuer Kita-Tarif kostet Norderstedt 350 000 Euro im Jahr

Der Tarifkompromiss für die Angestellten in den kommunalen Kindertagesstätten ist da: Mit etwa 120 Euro mehr im Monat können eine Erzieherin oder ein Erzieher ab November rechnen.

Norderstedt. Bei Sozialdezernent Torsten Thormählen im Norderstedter Rathaus sorgt die Einigung mit den Gewerkschaften für eine geteilte Reaktion. "Für unsere Mitarbeiter freue ich mich. Sie haben es wirklich verdient, mehr Geld zu bekommen", sagt Thormählen. Doch mit Blick auf den städtischen Haushalt wird dem Dienstherrn bange: "Die Entscheidung kommt natürlich zu einer Zeit, wo uns fast täglich die Steuereinnahmen mehr wegbrechen." Wo das Geld für die Gehaltserhöhung herkommen soll, weiß Thormählen noch nicht.

Etwa 200 Mitarbeiter würden in den Genuss des Tarifabschlusses kommen, sagt Thormählen. Wie viel Geld jeder Mitarbeiter mehr in der Lohntüte habe, hänge von seinem Alter und seiner Berufserfahrung ab. "Doch als Hausnummer rechen wir mit Mehrausgaben von 350 000 Euro jährlich für die Stadt", sagt Thormählen. In diesem Jahr werde lediglich im November und Dezember nach dem neuen Tarif bezahlt, aber ab 2010 müsse die Stadt den Abschluss in voller Höhe tragen. "Wir sind ja derzeit mit dem kommenden Haushaltsentwurf beschäftigt. Die 350 000 Euro müssen wir durch Umschichtung oder Umverteilung finanziert bekommen", sagt der Dezernent. Geld übrig habe die Stadt auf jeden Fall nicht, da habe man "schon in die dunkelsten Ecken des Haushalts geblickt", sagt Thormählen. Und mit überraschenden Mehreinnahmen rechne auch niemand im Rathaus. Etwa 19 Prozent der Personalkosten übernehme das Land, 40 Prozent werde durch Elternbeiträge erwirtschaftet, den Rest übernimmt die Stadt. Thormählen: "Bei dieser Rechnung kann ich nicht ausschließen, dass es Beitragserhöhungen für die Eltern geben wird." Noch nicht zu beziffern sind die Ausgaben für die im Tarifkompromiss vereinbarten Verbesserungen im Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter. "Welche Maßnahmen nötig sind, darüber wird eine betriebliche Gesundheitskommission entscheiden", sagt Thormählen.