Norderstedt

Geschenke zum Fest - ein alter Brauch

Weihnachtspräsente haben einen christlichen und heidnischen Ursprung.

Die Kinder können es kaum noch erwarten, bis der Weihnachtsmann vor der Tür steht. Bei manchen kommt er bereits am Nachmittag, andere Kinder müssen noch bis zum Abend auf das Auspacken der Geschenke warten. Denn Geschenke werden heute nun einmal erwartet: Kinder freuen sich darüber, Erwachsene aber ebenso. Warum ist Weihnachten eigentlich das Fest der Geschenke? Angesichts der Umsätze, die in den Geschäften in der Vorweihnachtszeit gemacht werden, ist der wahre Ursprung dieses Brauchs längst in Vergessenheit geraten.

Das Schenken ist ein Brauch, der gleichzeitig einen christlichen und heidnischen Ursprung hat. Weihnachtsgeschenke heute sind auch eine Erinnerung an Weihrauch, Myrrhe und kostbare Steine, die Kaspar, Melchior und Balthasar, die Heiligen drei Könige also, dem Kinde im Stall von Bethlehem überbrachten.

Ihren heidnischen Ursprung finden die Geschenke in den römischen Feiern zu Ehren des Gottes Saturn. Sie galten als Anfang des neuen Jahres. Im alten Rom waren mit den prächtigen Festlichkeiten gegenseitige Geschenke verbunden. Die Kinder bekamen damals Wachslichter und Tonpüppchen geschenkt. In Germanien verpflichteten die Dienstherren zwischen dem 25. Dezember und dem 1. Januar ihr Gesinde aufs Neue und bedachten sie mit reichen Geschenke.

Und schließlich waren es die Kinder, die beschenkt wurden. Seit Martin Luther gilt zumindest in Deutschland der 24. Dezember als eigentlicher Termin für ihre Bescherung.

Übrigens waren Weihnachts- und Christkindlmärkte im Mittelalter und auch bis ins 20. Jahrhundert hinein die einzige Möglichkeit, Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Der Weihnachtsmann existiert als Gabenspender erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich war er eine Kombination aus Nikolaus und Großvater - mit seiner Rute bepackt und so streng und strafend, wie es der damaligen Erziehungsmoral entsprach.

Erst im Laufe des vorigen Jahrhunderts verlor der Weihnachtsmann das Magische, aber auch alles Christliche. Was blieb, war der gütige und lachende alte Mann, der überall in der Welt zu den Kindern kommt. Das Bild des heutigen Weihnachtsmannes wurde vor etwa 80 Jahren von der Coca-Cola-Werbung in den USA geprägt.