Norderstedt
Gott und die Welt

Deutsche machen nie Urlaub...

"Deutsche fahren nicht zur Erholung in den Urlaub, sondern zur Qualitätskontrolle." Als ich diesen Satz auf einer Internetseite las, dachte ich gerade über die schönen und erholsamen Momente meines letzten Auslandsurlaubs nach.

Dann fielen mir aber auch die vielen kleinen Gelegenheiten ein, in denen ich das Gastland kritisiert habe: alles ist hier so schmutzig, alles so laut und nicht so schön wie in Deutschland.

Doch was ist überhaupt schön und was ist attraktiv? Gehen hier die Meinungen nicht sehr weit auseinander? Findet nicht jeder etwas anderes schön oder attraktiv? Wenn Schönheit subjektiv ist, dann braucht es eine höhere Instanz, die entscheidet, was schön und was weniger schön ist. So entsteht ein Maßstab.

Welche Instanzen sind es, die die allgemeine Meinung prägen? Der Mainstream, die Medien oder Modemacher?

Wenn ich an diesen schönen Frühlingsabenden durch Einkaufsstraßen laufe, fallen mir immer wieder die aktuellen Angebote der verschiedenen Kaufhäuser und Supermärkte auf. Sie wollen die Bedürfnisse der Menschen wecken. Was bestimmt das Angebot an vielen Orten in diesen Tagen? Da fallen sofort die Trendartikel ins Auge, die uns attraktives Äußeres für die schönen warmen Tage des Jahres versprechen.

Doch was, wenn wir uns all das nicht leisten können oder es uns einfach nicht passt? Verlieren wir dadurch an Wert oder Schönheit? Bin ich damit in oder out? Sind diese Instanzen die letzten Entscheidungsträger?

Da bin ich wieder bei der Einstiegsfrage. Was ist schön, was ist attraktiv und wer bestimmt es? Gott ist in dieser Frage eindeutig. Er sagt, als er den ersten Menschen geschaffen hat: "Es ist sehr gut." (1. Mose 1,31). So nimmt er uns an, wie wir sind. Wer Gottes Angebot annimmt fühlt sich wertvoll und angenommen, weil er sich mit Gottes Augen sieht und sich mit Gottes Maßstab misst.

Wer seine Mitmenschen aus Gottes Blickwinkel betrachtet, gewinnt eine neue Perspektive und sieht die Vielfalt in Gottes Schöpfung. Dann fällt es einfacher, andere Menschen auch über Kulturfragen hinweg anzunehmen und ihnen zu sagen: "Du bist gut und wertvoll!"