Norderstedt
Fußball-Gala: Sport-Moderator feiert seinen 50. im Eintracht-Stadion

Dellings dynamischer Auftritt

Vor 500 Zuschauern glänzte "Delle" mit seinem Team. Coach Uwe Seeler staunte nicht schlecht. Trainer-Kollege Max Lorenz nahm die Niederlage seiner Altstars gelassen.

Kurz vor 18.30 Uhr erreichte am Dienstag die "Delle-Mania" im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion ihren Höhepunkt: Dynamisch hatte sich ARD-Sport-Moderator Gerhard Delling im linken Mittelfeld durchgesetzt, um dann, direkt vor der mit annähernd 500 Zuschauern besetzten Tribüne, einen "Übersteiger" hinzulegen. Lauter Szenenapplaus brandete auf, "Delle, Delle"-Rufe machten die Runde - und selbst Dellings kongenialer Partner vor dem Fernseh-Mikrofon, Günter Netzer, der sich das Spiel vom Zuschauerrang aus ansah, hatte an dieser Szene ausnahmsweise nichts zu granteln.

Der prominente Sportjournalist Delling, der (wie berichtet) aus Anlass seines 50. Geburtstags zur Altstar-Fußball-Gala nach Norderstedt eingeladen hatte, lief während des Promi-Kicks auf dem Feld all den versammelten früheren Fußball-Helden den Rang ab.

Auf dem Weg zwischen Umkleidekabine und Rasen musste der Jubilar bei den versammelten jungen Zuschauern ("Viel Glück, Delle") abklatschen, während die Kinder und Jugendlichen manch Ex-Legende offenkundig nicht (er-)kannten und links liegen ließen. Frei nach dem Motto: Wer ist schon Uwe Reinders (Ex-Bremer)?

Einzig der Norderstedter Lokalmatador "Uns Uwe" Seeler stand in Sachen Publikumsinteresse dem Gastgeber der Fußball-Geburtstagssause nicht nach.

Nur einmal kam Delling an diesem Abend ins Schwimmen. "Kannst du eigentlich Seitenwahl?", fragte Ex-HSVer Stefan Schnoor frech den Gastgeber. Schnoor stand ebenso wie unter anderem Manni Kaltz, Bernd "Fummel" Wehmeyer, Michael Schröder und Martin Groth (allesamt ehemalige HSV-Stars) und St-Pauli-Co-Trainer Andre Trulsen in der Delling-Truppe. "Nee, nee, das mache ich nicht", antwortete Delling. Vor dem Anstoß wurde im Stadion zu seinen Ehren ein gemeinsames "Happy Birthday" angestimmt.

Die Halbzeitanalyse des Grimme-Preisträgers vor laufender Kamera fiel ungewohnt knapp aus. "Es war der erwartet schwere Gegner - die Luft. Zu wenig Luft." Aber die anderen würden ihn wohl weiter "durchschleppen", stapelte Delling tief.

Nach ausgeglichener erster Halbzeit setzte sich das von Uwe Seeler gecoachte Delling-Team am Ende klar mit 9:4 gegen die Promi-Mannschaft von Trainer Max Lorenz durch. Die Werder-Bremen-Legende hatte unter anderem Rainer Zobel, Dieter Zembski, Torsten Gütschow und Lothar Sippel aufbieten können.

Das Ergebnis war am Ende natürlich zweitrangig. Großer Gewinner des Benefiz-Kicks war ohnehin die Uwe-Seeler-Stiftung. Und Gerhard Delling - der für alle Fußballbegeisterten in Norderstedt fortan auf jeden Fall "Kult" ist.