Touristenattraktion

Polizei verbietet Schwimmspaß mit Delfin in Kieler Förde

Ein Delfin schwimmt zwischen Badenden im Eingang zum Alten Schleusenkanal in Holtenau bei Kiel

Ein Delfin schwimmt zwischen Badenden im Eingang zum Alten Schleusenkanal in Holtenau bei Kiel

Foto: Thomas Eisenkrätzer / dpa

Der Meeressäuger in der Kieler Förde ist der Besuchermagnet schlechthin – doch mit dem Delfin zu planschen ist absolut tabu.

Kiel. Er ist die Attraktion an der Kieler Förde: Ein Delfin lockt seit Tagen Schaulustige an, am Sonnabend wurde das Tier sogar in den Nord-Ostsee-Kanal gelassen. Zuvor war es mehrfach in der Kanal-Schleuse in Kiel-Holtenau gesichtet worden.

Doch nicht nur vom Ufer beobachten die Menschen den Delfin - einige suchten auch den direkten Kontakt im Wasser: Sie gingen im Schleusenbereich baden, um dem Tier besonders nah zu kommen. Nun hat die Wasserschutzpolizei eine Warnung ausgesprochen: Das Baden nahe Schleusen sei untersagt und behindere den Schiffsverkehr, teilte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei mit. Zudem rief er zur Rücksichtnahme auf den Meeressäuger auf, der sich leicht bedrängt fühlen könnte.

Im Video: Schwimmer gehen mit dem Delfin auf Tauchstation

Die Tiere ergriffen rasch die Flucht, wenn man ihnen beispielsweise hinter her paddele oder schwimme, sagte Rüdiger Bock, ehrenamtlicher Schleusenführer beim Verein Maritimes Viertel Kiel. Vor dem Gut Knoop im Nord-Ostsee-Kanal gelang Bock zufällig eine Aufnahme, als der Delfin nach einem Sprung wieder eintauchte. Das Tier begleitete da die Personenfähre "Adler I".

„Solche Tümmler haben wir hier nicht zum ersten Mal“, sagte Bock dem Abendblatt. Wie und warum die Tiere ausgerechnet Kiel ansteuern, sei unklar. „Die Tiere müssen ja über den Skagerak zu uns gekommen sein.“

Im Februar tauchten zwei Tümmler in der Flensburger Förde auf

Den Delfin nun live zu erleben sei ein „erhabenes Ereignis“, so Bock. „Vor 40 Jahren habe ich zuletzt ein lebendes Exemplar in einem Duisburger Zoo gesehen. Es ist ein irres Gefühl, einen Delfin jetzt aus nächster Nähe zu sehen.“

Erst im Februar waren zwei Tümmler in der Flensburger Förde gesichtet worden. Sie leben unter anderem im nördlichen Bereich der Nordsee, auch vor Schottland gibt es einen kleinen Bestand.