Der Nord-Ostsee-Kanal

Kiel/Berlin. Der Nord-Ostsee-Kanal ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Er verbindet die Nordsee von der Elbmündung in Brunsbüttel mit der Ostsee bei Kiel. Schiffe sparen dadurch rund 250 Seemeilen, denn ohne den Kanal müssten sie über die Skagerrak-Meerenge zwischen der Südküste von Norwegen und der Halbinsel Jütland in Dänemark fahren. Fast 32 000 Schiffe waren im vergangenen Jahr auf dem Kanal unterwegs – ohne Sport- und sonstige Kleinfahrzeuge.

Die Wasserstraße, die in der internationalen Schifffahrt Kiel-Canal heißt, ist rund 99 Kilometer lang, meist 162 Meter breit (in der Sohle meist 90 Meter) und gut elf Meter tief. Sie wurde 1895 nach achtjähriger Bauzeit als Kaiser-Wilhelm-Kanal eröffnet – für die deutsche Kriegsflotte. Seine militärische Bedeutung hat der Kanal inzwischen verloren, heute vereinfacht er den Warenverkehr zwischen den Ostsee-Anrainern und dem Rest der Welt.

Um immer größer werdenden Schiffen die Passage zu erleichtern, ist ein Ausbau geplant. Kurven sollen begradigt, der Ostabschnitt im Raum Kiel verbreitert und eine fünfte Schleusenkammer in Brunsbüttel installiert werden. Allerdings dürfte sich das Großvorhaben verzögern, weil der Bund es als nachrangig gegenüber Elb- und Weservertiefung eingestuft hat. (dpa)