Autokennzeichen

HUS und ECK kehren wahrscheinlich zurück

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abendblatt.de

Verkehrsminister wollen Nummernschilder mit dreistelligen Buchstabenkombinationen zurück. Viele Bürger trauern den alten Schildern nach.

Kiel. Retro-Trend auch bei Nummernschildern? Geht es nach den Verkehrsministern der Länder, kehren dreistellige Buchstabenkombinationen wie HUS und ECK zurück. Die Länderminister beschlossen in Potsdam, der Bundesregierung einen weniger restriktiven Umgang mit KFZ-Kennzeichen zu empfehlen. Nostalgiker von Eckernförde bis Tönning dürfte das freuen: Viele trauern den alten Kombinationen nach, die bei der Kreisgebietsreform 1970 verschwanden.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) kennt die Sehnsucht nach den alten Kennzeichen: „Ich wohne selbst in Eckernförde. Viele Menschen dort hätten gern wieder die Buchstaben ECK auf dem Nummernschild“, sagte de Jager in Kiel. Die Sicherheitsgründe, die einst für eine überschaubare Zahl von Kennzeichen gesprochen hätten, seien heute weniger wichtig. „Wir können mehr Vielfalt zulassen und den Bürgern die Gelegenheit geben, auf diesem Wege ihre Heimatverbundenheit auszudrücken“, erklärte der Verkehrsminister.

Wenig Sympathie zeigte Husums stellvertretender Bürgermeister Lothar Pletowski (CDU) für die mögliche Wiederbelebung alter Kennzeichen. Er äußerte sich am Mittwoch kritisch: „Ich dachte zuerst an einen verspäteten Aprilscherz.“ Man dürfe das Thema nicht zu emotional behandeln. Pletowski verwies auf die Kosten, die Fahrzeughalter und Verwaltung bei einer Wiedereinführung von HUS-Kennzeichen zu tragen hätten. „Außerdem hat das jetzige NF auf dem Nummernschild Werbecharakter. Die Menschen in ganz Deutschland verbinden damit Begriffe wie Urlaub und Küste“, sagte Pletowski. Ihm ist bislang auch nicht zu Ohren gekommen, dass in Husum jemand das alte Kennzeichen zurückhaben möchte.

In Meldorf, wo die Autos seit den 1970er Jahren mit HEI-Kennzeichen unterwegs sind, beobachtet man die Überlegungen dagegen wohlwollend, wie Bürgermeister Reinhard Pissowotzki (Wählervereinigung Meldorf-Freunde) sagte. „Das aktuelle Kennzeichen bezieht sich auf eine Stadt, nicht auf eine Region“, kritisiert er. Für die Identifikation der Bürger mit ihrer Heimat seien MED-Nummernschilder ein guter Schritt. Anders als sein Kollege in Husum sieht Pissowotzki die Kostenfrage als unproblematisch an: „Ob der Kreis eine, zwei oder drei Buchstabenkombinationen ausgibt, ist unerheblich.“ (dpa)