Prozessauftakt in Rostock

Angeklagter gesteht Tötung von zwei Menschen

Zwei Menschen mussten sterben, weil ein Mann "das Böse in ihnen" sah. Jetzt hat der Täter vor dem Landgericht Rostock seine Tat gestanden.

Rostock. Mit dem Geständnis des 51-jährigen Beschuldigten hat am Landgericht der Prozess wegen der Tötung von zwei Menschen Mitte Februar in Rostock begonnen. „Es ist eine schlimme und gräuliche Tat und es tut mir auch leid“, erklärte der Mann. Er ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft psychisch krank und damit nicht schuldfähig. Laut Anklage hatte er auf der Straße ohne Grund auf einen 67 Jahre alten Rentner eingestochen und ihn getötet. Eine 66-jährige Frau, die sich um das Opfer kümmern wollte und um Hilfe rief, erstach er auch. Einen herbeieilenden Polizisten verletzte der Beschuldigte am Oberarm schwer. Erst ein gezielter Schuss in den Oberschenkel des Angreifers beendete die Blutorgie.

Der Beschuldigte sagte, er habe den 67-Jährigen gesehen und sei überzeugt gewesen, dass dies der Teufel ist. „Ich habe mit ihm abgerechnet, ich habe in ihm das Böse gesehen.“ Die Frau, die dazukam, habe ihn zusätzlich irritiert. Er habe gedacht, die beiden gehörten zusammen. Er habe das Messer mit sich getragen, weil er den ganzen Tag ein schlechtes Gefühl hatte und sich schützen wollte.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor schon beantragt, dass der Mann dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht wird. Der 51-Jährige berichtete in ruhigen Worten über seine Tat. Die Verhandlung soll mit der Anhörung von Zeugen fortgesetzt werden. Das Landgericht hat zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.