Sturmtief "Sören"

Sturmflut und Starkregen - Feuerwehr im Dauereinsatz

Sturmtief "Sören" hat der Westküste Deutschlands in der Nacht zum Sonntag die erste Sturmflut des Herbstes gebracht.

Hamburg/Hooge. Landunter auf den Halligen, überflutete Straßen und umgeknickte Bäume: Sturmtief „Sören“ hat Hamburg und Schleswig-Holstein in der Nacht zum Sonntag den ersten Vorgeschmack der rauen Jahreszeit gebracht. Die nordfriesischen Halligen liefen voll Wasser und meldeten landunter.

Am Pegel Husum stieg die Flut etwa 1,80 Meter über das normale Hochwasser, in Hamburg wurde ein um etwa 1,50 Meter höherer Wasserstand gemessen. Die Elbe schwappte über die Kaikante auf den St. Pauli-Fischmarkt. Die Händler konnten ihren sonntäglichen Markt aber ohne große Einschränkungen öffnen.

Die Feuerwehr in der Hansestadt hatte in der Nacht alle Hände voll zu tun, um bei starkem Regen Gullys von Laub zu befreien. Mehrere Straßen standen unter Wasser. Überschwemmungen hatte es bereits am Sonnabendnachmittag in Flensburg gegeben. Dort liefen einige Keller voll. Der Zugverkehr zwischen Flensburg und Jübek (Kreis Schleswig-Flensburg) wurde am Abend zeitweise unterbrochen, weil in Tarp mehrere Bäume auf die Gleise gestürzt waren. Insgesamt rückten die Feuerwehren im Bereich der Leitstelle Nord zu rund 60 Einsätzen aus.

Viele Urlauber an der Nordseeküste gewannen dem Wetter auch positive Seiten ab. So ließen sich Spaziergänger in St. Peter Ording auf der Halbinsel Eiderstedt (Kreis Nordfriesland) beim Spaziergang ordentlich durchpusten. „Es wirkt befreiend, es ist absolut beeindruckend, toll“, sagte ein Ehepaar. Die Flut überspülte den breiten Strand und setze Wiesen unter Wasser. Von hölzernen Stegen aus konnten die mit winddichten Regenjacken bekleideten Menschen das Naturschauspiel aber trockenen Fußes beobachten.


Auf Hallig Hooge mussten sich Vermieter und Gäste auf die besondere Situation einstellen. An normalen Verkehr war nicht zu denken. „Die Wege sind alle unter Wasser“, sagte Bürgermeister Matthias Piepgras. Auch bei Niedrigwasser konnte tagsüber nichts ablaufen.

Für den Nachmittag war ein weiteres Hochwasser mit bis zu 1,50 Meter über normal angekündigt.