Stadt gegen Plan der Rechtsextremisten

Neonazis gründen Museumsverein

Trotz einer Resolution des Stadtrats und einer Demonstration von linken Gruppen haben sich am Wochenende rund 100 Rechtsextreme in Wolfsburg zur Gründung eines Museumsvereins getroffen.

Wolfsburg. Am Sonnabendabend wurde die Gründung vollzogen, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag.

Der Verein soll an die Nazi-Organisation "Kraft durch Freude" (KdF) erinnern. Am Rande der Veranstaltung kam es auch zu einer leichten Schlägerei. Die Polizei nahm einen Rechtsextremen fest, nachdem er einen Fotografen geschlagen hatte.

Zuvor hatte der Wolfsburger Stadtrat geschlossen eine Resolution gegen das geplante Museum verabschiedet. "Der Rat wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen jegliche Bestrebungen, Wolfsburg zum Schauplatz rechtsextremer Aktivitäten zu machen", hieß es in der Resolution. Zeitgleich zur Ratssitzung demonstrierten laut Polizei rund 80 Linke friedlich gegen die Gründung des Museumsvereins. Augenzeugen sprachen dagegen von mehr als 200 Demonstranten. Die Nazi-Organisation KdF sollte im Dritten Reich die Freizeit der Deutschen gestalten und überwachen. Wolfsburg galt als "Stadt des KdF-Wagens", des VW-Käfers.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hatte am Freitag einer Beschwerde der Rechtsextremen gegen die Entscheidung der Stadt stattgegeben. Die Stadt hatte die Nutzung des Gebäudes untersagt. In dem ehemaligen Möbelhaus wollen die Neonazis einen Kübelwagen und andere Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus ausstellen. Die Kommune geht jedoch auch nach der vorläufigen Entscheidung des Gerichts davon aus, dass das Museum nicht eingerichtet werden darf. Das OVG-Urteil bedeute lediglich, dass das baurechtliche Verbot aufgeschoben werde.