Flächenbrand im Naturparadies

Vogelschutzinsel im Wattenmeer brennt

Alarm in einem der letzten Naturparadiese in Deutschland. Auf der unbewohnten Vogelschutzinsel Mellum ist ein Flächenbrand ausgebrochen.

Mellum. 20 Feuerwehrleute, zwei Mitarbeiter der Seenotrettungsgesellschaft sowie zwei weibliche Naturschutzwarte versuchten verzweifelt, die Flammen mit Patschen auszuschlagen. Am späten Abend sollte ein Löschhubschrauber Wasser auf die Brandherde der Insel schütten, die seit 1921 unter Schutz steht und auf der jedes Jahr mehrere Tausend Vögel brüten.

"Die Situation ist für die zahlreichen Vögel auf der Insel verheerend. Es ist Aufzuchtzeit und die Küken können nicht vor den Flammen wegfliegen", sagt Thomas Schumacher vom Mellumrat. Die Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft betreut seit 1925 im Auftrag des Landes Niedersachsen die Insel. Wie viele Jungvögel im Feuer umgekommen sind, lässt sich noch nicht abschätzen. "Es ist aber ein Brutgebiet einer kompletten Silbermöwenkolonie verbrannt", sagt Schumacher. Mehr als 3000 Paare Herings- und etwa 4000 Paare Silbermöwen brüten auf Mellum. Neben den Austernfischern, die mit mehr als 350 Brutpaaren vertreten sind, kommen jedes Jahr Kormorane, Löffler, Kornweihen, Rotschenkel, Schwarzkopfmöwen, Brand,- Fluss- und Küstenseeschwalben auf die Insel zur Aufzucht ihrer Küken. Zur Brandursache wollte die Feuerwehr noch keine konkreten Angaben machen. Kreisbrandmeister Werner Zierk: "Auch eine Scherbe könnte mithilfe der Sonne der Auslöser gewesen sein."