Wettstreit in Celle

Bester Weihnachtsmann gekürt

Der frühere Sänger der Band Bro'Sis und amtierende "Dschungelkönig" Ross Antony rüttelt an einer Straßenlaterne. "Hey, die Fragen sind ganz schön kompliziert", ruft er der sprechenden Leuchte zu.

Der Brite war einer von insgesamt 40 Kandidaten im Alter zwischen 13 und 70 Jahren, die am Samstag in der niedersächsischen Stadt Celle um den Titel "Bester Weihnachtsmann Deutschlands" kämpften. Nach Veranstalterangaben waren etwa 10 000 Besucher gekommen, um die bundesweit besten "Rauschebärte" zu sehen. Sieger wird schließlich Reiner Kienast aus Trier.

"Was ist das Symbol des Nikolauses?", will die sprechende Laterne, der NDR-Moderator Stefan Westphal seine Stimme leiht, von dem Kandidaten Antony wissen. Bei einer von insgesamt zwölf Disziplinen geht es darum, Fragen rund um Weihnachten zu beantworten - gestellt werden sie von den Leuchten, die sonst als Celler Touristen- Attraktion Passanten Anekdoten erzählen sollen.

"Ich liebe Weihnachten. Ich habe fünf Tannenbäume bei mir zu Hause", sagt Antony. Immerhin drei von fünf Fragen kann der als einziger in Blau gekleidete Kandidat richtig beantworten. Auch beim Rentier-Rodeo macht der 34-Jährige keine schlechte Figur. 27 Sekunden lang kann er sich auf dem Rücken des Plastiktieres halten, bevor er laut lachend zu Boden fällt.

"Ho, ho, ho", ruft da sein Mitbewerber Hans Hahn aus Schneverdingen anerkennend. Der 56 Jahre alte Maschinenfahrer der Bundeswehr geht für Niedersachsen ins Rennen und trägt einen weihnachtlich roten Mantel. "Ich bin der einzig wahre Weihnachtsmann", meint der Kandidat mit der Startnummer 3. Seit 28 Jahren sei er schon als Weihnachtsmann aktiv. "Ich mag Kinder und Weihnachten", erzählt er. Zielstrebig und mit viel Ehrgeiz versucht er wenig später, seine Weihnachtsmann-Konkurrenten beim Singen, Dichten, Rodeln und Kinder trösten aus dem Feld zu schlagen.

"Ich habe für meine deutschen Amtskollegen extra Schnee bestellt", sagt ein aus Russland angereister Weihnachtsmann mitten im Schneetreiben. Gemeinsam mit der Vorjahressiegerin, dem Christkind Renate Hammer aus Bayern, spornt er die Kandidaten an. "Es macht riesigen Spaß, auch in diesem Jahr wieder dabei zu sein", freut sich die Titelverteidigerin. Am Ende muss die 26-Jährige aus Uffenheim aber Reiner Kienast den Sieg überlassen.

"Ich freue mich, dass ich den Titel nach Trier geholt habe", versichert der frisch gekürte Gewinner der Königsklasse, der sich im Vorjahr mit dem zweiten Platz zufriedengeben musste. Die Königsklasse ist der Wettbewerb, für den sich die Kandidaten aus den einzelnen Bundesländern in einem Vorausscheid qualifiziert haben.

Teilnehmer ohne vorherige Qualifikation gehen in der offenen internationalen Klasse an den Start. Auch Ross Antony stellt sein Können als Rauschebart in dieser Klasse unter Beweis. Am Ende bringen ihm sein Gesang und seine großartige Fähigkeit, große und kleine Weihnachtsbesucher zu begeistern, den ersten Platz in der offenen Klasse ein. Seinen Preis, eine Reise, tritt er an den Zweitplatzierten Peter Stalle aus dem Landkreis Celle ab. Niedersachsen-Vertreter Hans Hahn kommt auf den fünften Platz. Dennoch ist auch er zufrieden. Der Spaß stehe schließlich im Mittelpunkt, sagt er.

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