Rund 300 AWO-Mitarbeiter demonstrieren in Hannover für mehr Geld

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Mit Trillerpfeifen, Trommeln sowie bunten Plakaten und Bannern haben am Mittwoch rund 300 Angestellte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Region Hannover für mehr Gehalt demonstriert.

Hannover. 21 von 41 Kindertagesstätten sowie zahlreiche Beratungsstellen blieben in Hannover geschlossen. Tausende Eltern waren davon betroffen. Zum Start des dreitägigen Streiks an Kindertagesstätten zog die AWO vor Gericht, um gegen die nach ihrer Meinung unverhältnismäßige Maßnahme eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Das Gericht wollte am späten Mittwochnachmittag darüber verhandeln.

Die Gewerkschaft ver.di fordert eine Angleichung des Tarifvertrags an den Abschluss im öffentlichen Dienst. Das wären 5,1 Prozent mehr Lohn im ersten und eine zusätzliche Erhöhung um 2,8 Prozent im zweiten Jahr. Die Mitarbeiter fordern neben der Angleichung unter anderem zusätzlich eine Einmalzahlung von 1000 Euro. "Das können wir uns nicht leisten", sagte AWO-Geschäftsführer Burkhardt Teuber. Die AWO hatte eine Einmalzahlung von 500 Euro und einer Erhöhung von 5,1 Prozent im ersten und 2,0 Prozent im zweiten Jahr angeboten.

"Streik muss weh tun. Wir haben kein anderes Kampfmittel", sagte ver.di-Sekretärin Regina Stein vor Beginn der Demonstration. "Keiner von uns will die AWO in die Insolvenz treiben. Aber wir kämpfen um vernünftige Abschlüsse", fasste Angelika Kaiser von der Kita Herbertstraße zusammen, die gleichzeitig Mitglied der Tarifkommission ist.

Über den Tarifstreik hinaus gibt es Streit um Notfallvereinbarungen. Ver.di hatte einer Ausdehnung auf Kindergärten in sozialen Brennpunkten nicht zugestimmt. Mit der Begründung, die Versorgung der Kinder aus schwierigen Verhältnissen könne bei einem mehrtägigen Streik nicht gewährleisten werden, war die AWO vor Gericht gezogen.

"Ich bin enttäuscht davon, dass uns der Streik vom Arbeitgeber jetzt vorgeworfen wird", sagte Nina Friebel, die in einem Sprachheilkindergarten in Hannover arbeitet. "Es ist unverschämt, so einen moralischen Druck auszuüben und uns vorzuwerfen, dass wegen des Streiks Kinder hungern müssten", erboste sich auch Erzieherin Cornelia Hau von der Kita in Stöcken.

Auf die ersten Streiktage haben sich viele Eltern eingerichtet. "Ich habe für diese Zeit Urlaub genommen", sagte beispielsweise EDV-Leiter Toralf Unger. Der Vater der zweijährigen Alice und des dreijährigen Aarons kann die Forderungen der Erzieher nachvollziehen. "Sie werden mit Blick auf die Belastung nicht angemessen bezahlt", ist sich auch Kerstin Hauser, Mutter der zweijährigen Leah, sicher

( dpa )