Neuer Plan ist Wintersemester 2010/2011

Campus-Universität Sylt ist weiter im Wartestand

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Rund eineinhalb Jahre nach der vollmundigen Bekanntmachung ist die Campus Universität Sylt weiter im Wartestand. Die ersten Studenten sollten Planungen zufolge bereits im vergangenen Jahr auf der Nordseeinsel mit dem Studium beginnen.

List. "Auch 2009 wird es nichts. Wir haben geglaubt, dass es schneller geht", sagt Conrad Hansen, der Vorsitzende des Stiftungsvereins Campus Sylt. Entstehen soll der Campus, also keine eigenständige Hochschule, auf dem Gelände der früheren Marineversorgungsschule (MVS) in List - und genau das sei das Problem, sagt Hansen.

Seit rund eineinhalb Jahren bereits verhandeln die Gemeinde List und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) über den Verkauf des Geländes - bislang ohne Erfolg. Die MVS war im Ende 2007 von der Marine endgültig geschlossenen worden. Die Preisvorstellung sei für die Gemeinde nicht akzeptabel, sagt der Verhandlungsführer der Gemeinde, Bürgermeister Wolfgang Strenger. Der Campus ist auch als Weiterbildungsstätte für Hochschulprofessoren und Unternehmen gedacht. Zudem soll ein internationales Internat etabliert werden.

Zuletzt verhandelt wurde im Dezember, die nächste Runde steht Ende Januar an. Dann will die Gemeinde vom eigentlichen Plan Abstand nehmen, das Gelände zu kaufen. "Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bereitet nunmehr eine öffentliche Ausschreibung der Kaserne nach dem europäischen Wettbewerbsrecht vor", teilte die BIMA mit. Die neue Idee: Nicht die Gemeinde, sondern ein Investor soll das Gelände kaufen und die Uni und das Internat betreiben.

Grund für den Rückzug der Gemeinde sind nicht nur die Preisvorstellungen der BIMA. "Wir wollten nicht noch Jahre verhandeln, sondern schnellstmöglich zu einer Nachnutzung des Geländes kommen", sagt Strenger. Nach dem neuen Plan ist nun das Wintersemester 2011/2011 als Auftakt geplant. Behandelt werden sollen Themen wie Gesundheit, Freizeitwissenschaften und Tourismus, aber auch Medien, nachhaltige Entwicklung und Kulinaristik.

Solange kein Käufer gefunden ist, kann auch der Stiftungsverein nicht aktiv werden. "Die müssen sich einigen, denn davon sind wir abhängig", betont Hansen. Es gebe bereits leise Zusagen von Sponsoren, "aber es fehlt die Basis". Der Stiftungsverein sammelt Geld von Sponsoren, um damit Gebäude zu bauen oder Professoren anzuwerben. Doch mittlerweile halten sich auch die zu Beginn noch als Partner genannten Hochschulen bedeckt. "Wir sind kein Kooperationspartner", teilte die Uni Kiel mit. Hansen konstatiert: "Wir sind auf dem Stand von vor eineinhalb Jahren. Uns nervt das auch."

( dpa )