Prozess

Haftstrafen für mutmaßliche Messerstecher gefordert

Die Angeklagten werden beschuldigt, im Oktober 2009 zwei Männer auf der Straße mit Messerstichen erheblich verletzt zu haben.

Schwerin. Für drei mutmaßliche Messerstecher, die im vergangenen Herbst in Schwerin zwei Passanten niedergestochen haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch hohe Haftstrafen zwischen fünfeinhalb und achteinhalb Jahren gefordert. Die Angeklagten im Alter von 25 bis 34 Jahren werden beschuldigt, im Oktober 2009 zwei Männer auf der Straße mit Messerstichen erheblich verletzt zu haben.

Eines der Opfer, ein 62-jähriger Mann, ist noch heute teilweise gelähmt. Der 26 Jahre alte Hauptangeklagte ist bereits wegen erheblicher Gewalttaten vorbestraft. Das Landgericht muss entscheiden, ob er zu anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt wird. Die Verteidigung plädierte für Freiheitsstrafen von zwei Jahren und drei Monaten, sechs bzw. acht Jahren. Die Urteile sollen am Freitag gesprochen werden.

Nach Meinung der Staatsanwaltschaft haben die drei Beschuldigten die Überfälle auf die Passanten gemeinsam geplant und durchgeführt. Alkohol habe dabei eine Rolle gespielt, eine verminderte Schuldfähigkeit indes bestehe nicht, hieß es. Bei dem Überfall stahlen sie dem 62-jährigen, „zufälligen“ Opfer die Geldbörse mit weniger als 100 Euro.

Festgestellt wurde von der Staatsanwaltschaft die besondere Brutalität der Tat. Auch hätten die Täter keine ehrliche Reue gegenüber den Geschädigten gezeigt. Das zweite Opfer, ein 27-jähriger Mann und Nebenkläger in dem Prozess, unterstützte den Vorwurf einer gemeinschaftlich geplanten Tat: „Die haben genau gewusst, was sie taten“, sagte er am Mittwoch.