Braunschweig. Ein vorbestrafter Sexualstraftäter muss erneut wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht. Im Fokus einer breiten Öffentlichkeit steht der 47-jährige Deutsche aber eigentlich wegen eines anderen Falls.

Wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und des Missbrauchs steht der auch im Fall Maddie verdächtige Christian B. ab Freitag (16. Februar) vor Gericht. Im Prozess am Landgericht Braunschweig werden dem 47-Jährigen drei Fälle schwerer Vergewaltigung und zwei Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte ihn im Oktober 2022 angeklagt.

Im Fokus steht der gebürtige Würzburger seit einiger Zeit aber vor allem, weil ihn deutsche Ermittler im Fall der vermissten Maddie aus Großbritannien unter Mordverdacht haben. Im Juni 2020 hatten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft überraschend bekanntgegeben, dass sie davon ausgehen, dass das Mädchen, das 2007 in Portugal verschwand, nicht mehr lebt. Eine Leiche wurde aber bisher nicht gefunden.

Die Taten aus der aktuellen Anklage soll der Verdächtige zwischen Ende Dezember 2000 und Juni 2017 in Portugal begangen haben. Die Staatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben eine Verurteilung erreichen, die Verteidigung hat hingegen einen Freispruch zum Ziel. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Derzeit sitzt Christian B. noch eine siebenjährige Haftstrafe für die Vergewaltigung einer US-Amerikanerin im Jahr 2005 ebenfalls im portugiesischen Praia da Luz ab. Diese wäre nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft im September 2025 voll verbüßt. Ungeachtet des nun beginnenden Prozesses gehen die Ermittlungen im Fall Maddie weiter.