Goslar/Osterode/Bad Sachsa (dpa/lni). Vor etwa einem Jahr meldet der Kreisverband des Roten Kreuzes in Goslar Insolvenz an. Die Ortsvereine in der Region haben nun eine neue Heimat gefunden.

Die Arbeit des insolventen Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Goslar übernimmt künftig der Nachbarverband aus Osterode. Das hat der Osteroder Verband bei einer Mitgliederversammlung in Bad Sachsa am vergangenen Freitag beschlossen, wie er am Dienstag mitteilte. Damit erhielten die Ortsverbände im Raum Goslar eine neue Dachorganisation. Zuvor hatte unter anderem die „Goslarsche Zeitung“ darüber berichtet.

Der neue Kreisverband Osterode-Goslar übernehme keine Verpflichtungen des insolventen DRK-Kreisverbandes Goslar, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer. Für die Aufnahme der Ortsvereine in und um Goslar wurde demnach das Gebiet des bisherigen Kreisverbandes Osterode erweitert. Zu den Ortsvereinen zählt unter anderem die Bergwacht Sankt Andreasberg.

Das Rote Kreuz in Goslar stellte am 8. September einen Insolvenzantrag - drei Monate nach einem Insolvenzantrag des Tochterunternehmens Pflege und Service GmbH am 8. Juni, wie der Insolvenzverwalter Peter Steuerwald Ende 2022 mitteilte. Der Fall sorgte für Aufsehen, weil auch 300.000 Euro Spendengelder für die Ukraine in die Insolvenzmasse fließen werden. Die „Goslarsche Zeitung“, die Partner der Spendenaktion war, hatte damals angekündigt, das verhindern zu wollen - jedoch erfolglos. „An der Rechtslage zu den Spendengeldern hat sich nichts verändert“, sagte Steuerwald.

Das Zusammenwachsen der DRK-Strukturen sei eine große Chance, die Arbeit in der Harzregion zu stärken und zukunftssicher aufzustellen, betonte der neu gewählte Verbandspräsident Tobias Wittig. „Bereits in der Vergangenheit haben wir in einigen Bereichen effektiv zusammen gearbeitet.“ Die Arbeit der Ortsvereine für die Bevölkerung könne nun ohne Unterbrechung weitergehen, sagte der Präsident des Kreisverbandes Goslar, Frank Straube.