Osnabrück

Sonderausstellung zeigt Vulkanausbruch von Pompeji

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dpa

Bramsche. Der berühmteste Vulkanausbruch der Geschichte im antiken Pompeji ist Thema einer Sonderausstellung im Archäologiemuseum zur Varusschlacht in Kalkriese bei Osnabrück. Zu der von Sonntag an geöffneten Schau wurden zahlreiche Originalfunde nach Niedersachsen gebracht, sagte Museumsleiterin und Kuratorin Heidrun Derks. Sie stammen aus den im Jahr 79 nach Christus unter Lava und Asche des Vesuvs versunkenen Zwillingsstädten Pompeji und Herculaneum.

Die Besucher tauchen in der Schau ein in eine Zeitkapsel, die sie in das Jahr 79 an den Golf von Neapel bringt. Wandgemälde, die bei der Freilegung des verschütteten Pompeji in den ausgegrabenen Häusern gefunden wurden, rahmen die Ausstellung ein. "Das ist sehr außergewöhnlich, dass man in Pompeji einen Eindruck vom römischen Alltagsleben und der Kultur hat, der sich sonst nirgendwo erhalten hat", sagte Derks.

Pompeji sei eine kleine geschäftige Hafenstadt gewesen, das benachbarte Herculaneum eine Art St. Moritz oder St. Tropez der Antike - wer berühmt, reich und wichtig war, habe sich dort eine Sommerresidenz am Mittelmeer geleistet. Während Pompeji seit dem 18 Jahrhundert archäologisch freigelegt wurde, sind die Grabungsbedingungen in Herculaneum allerdings ungleich schwerer: Die Stadt sei unter einer 25 Meter mächtigen betonharten Lavaschicht versunken, nur ein Viertel der historischen Stadt sei erhalten, der Rest sei überbaut worden, so Derks.

Zu sehen sind farbenfrohe Mosaike aus den Häusern der Reichen. Auch ein originales rabenschwarzes Brot fanden die Archäologen in Herculaneum, es ist nun als Leihgabe in Kalkriese zu sehen. Aber auch Einrichtungsgegenstände, Schmuck oder repräsentatives Geschirr geben einen Eindruck vom Leben in der antiken Stadt. Die größte Villa der Stadt ist im Modell dargestellt. Kultgegenstände belegen, dass es in der Hafenstadt Beziehungen bis nach Indien oder die heutige Westtürkei gab.

Aus Herculaneum sind mit dem Läufer und dem schlafenden Satyr zwei beeindruckende große Statuen in der Ausstellung zu sehen. Auch sie wurden erst bei Ausgrabungen im 18. Jahrhundert wiederentdeckt.

Die zuerst in Liechtenstein gezeigte Ausstellung ist eine Koproduktion mit dem Nationalen Archäologischen Museum in Neapel und den beiden italienischen Ausstellungsrealisatoren Expona und Contemporeana Progetti.

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( dpa )