Schwarzarbeit

Durchsuchungen: Zöllner vermuten Millionenschaden

dpa

Osnabrück. In einem Ermittlungsverfahren wegen Schwarzarbeit bei Baufirmen haben über 170 Zollbeamte Geschäftsräume und Wohnungen in mehreren Städten durchsucht. Bei den Durchsuchungen in Cloppenburg, Bremen, Braunschweig, Hannover, Hamburg und Herford stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter auch Computer und Mobiltelefone, wie die Staatsanwaltschaft Oldenburg und das Hauptzollamt Osnabrück am Freitag mitteilten. Spezialkräfte des Zolls werteten diese aus. Die Durchsuchungen wegen des Verdachts gegen zwei Unternehmer, Sozialversicherungsbeiträge in großem Umfang und auf Dauer vorenthalten zu haben, waren am Dienstag.

"Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen schätzen wir den entstandenen Gesamtschaden auf mehrere Millionen Euro", sagte Thomas Möller, der Leiter des Hauptzollamts Osnabrück. "Dieser Fall zeigt erneut den großen Schaden, den Schwarzarbeit zu Lasten der Ehrlichen verursacht." Die Unternehmer sollen seit Mai 2017 zahlreiche Arbeitnehmer beschäftigt zu haben, ohne diese ordnungsgemäß bei den Sozialkassen anzumelden, in "beträchtlichem Umfang" sollen die Löhne schwarz ausgezahlt worden sein. Für die Gelder, die zur Zahlung der Schwarzlöhne benötigt wurden, hätten sogenannte Servicefirmen Scheinrechnungen für nicht erbrachte Leistungen ausgestellt.

Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge auch gegen den Betreiber des Servicefirmengeflechts. Diesem werde zur Last gelegt, Unternehmen gegründet zu haben, um Rechnungen zu schreiben und überwiesenes Geld in bar an die Einzahler zurückzuleiten.

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( dpa )