Atomkraft

Initiativen fordern Stilllegung der Brennelementefabrik

dpa

Lingen. Anti-Atomkraft-Initiativen warnen vor einem möglichen Einstieg eines russischen Konzern bei der Brennelementefabrik in Lingen. "Diese Pläne untergraben den für Ende 2022 in Deutschland anvisierten Atomausstieg und sind ein gefährlicher Türöffner für die russische Atomindustrie", sagte am Donnerstag Alexander Vent vom Bündnis AgiEL - AtomkraftgegnerInnen im Emslan. Für Samstag plant das Bündnis zusammen mit zahlreichen anderen Initiativen eine Kundgebung in Lingen.

Ein Antrag zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens der französischen Framatome und der russischen TVEL liegt seit vergangenem Jahr beim Bundeskartellamt. "Wir lehnen die Beteiligung der russischen Atomindustrie an der Brennelementeproduktion in Deutschland strikt ab", sagte der Träger des Alternativen Nobelpreises 2021, Vladimir Slivyak von der russischen Umweltorganisation Ecodefense. Notwendig sei international ein Zeichen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Das Beharren auf der Atomkraft sei ein gefährlicher Irrweg.

Die Atomkraftgegner fordern auch eine Stilllegung der Urananreicherungsanlage im benachbarten Gronau (NRW) und eine klare Ablehnung der von der EU-Kommission geplanten Einstufung von Atomkraft und Gas als nachhaltig.

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( dpa )