Regierung

Pistorius für "Überprüfung" von Einreisenden aus Afghanistan

dpa
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD).

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Hannover. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat sich für eine Kontrolle von zukünftig Einreisenden aus Afghanistan ausgesprochen. "Wichtig ist, dass wir wissen, wer zu uns kommt. Darum muss jede Person gründlich überprüft werden", sagte der SPD-Politiker im Interview mit der "Nordwest-Zeitung" (Oldenburg) auf die Frage, ob jetzt möglicherweise Menschen kommen, die Deutschland gar nicht haben will. "Es wäre sicher besser gewesen, die Ortskräfte vor dem Abzug der westlichen Truppen geordnet aus dem Land zu holen, wie ich es seit April gefordert habe", sagte der niedersächsische Innenminister.

Über die Luftbrücke aus Kabul waren auch 20 den Sicherheitsbehörden bekannte Menschen nach Deutschland gekommen. Eingereist waren nach dpa-Informationen neben Straftätern auch mehrere Menschen, deren Namen schon im gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum von Bund und Ländern aufgetaucht waren.

Zuletzt hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Bereitschaft zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Afghanistan signalisiert. Dem Regierungschef zufolge ist es eine moralische Verpflichtung, denjenigen zu helfen, die von den neuen Machthabern in Afghanistan bedroht und unterdrückt werden. Das Land hält im Grenzdurchgangslager Friedland 450 Plätze zur Aufnahme von afghanischen Ortskräften und ihren Angehörigen vor.

© dpa-infocom, dpa:210909-99-158130/2

( dpa )