Handwerk

Nur noch wenige Blaudruckereien in Norddeutschland

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Blaudruckerin Sabrina Schuhmacher mit einem von ihr entworfenen Kleid aus blau gefärbten Stoffen.

Blaudruckerin Sabrina Schuhmacher mit einem von ihr entworfenen Kleid aus blau gefärbten Stoffen.

Foto: dpa

Jever/Neustadt in Holstein. Das jahrhundertealte Blaudruckverfahren, eine Technik zur Textilveredlung, wird nur noch in wenigen Werkstätten und Museen in Norddeutschland betrieben. Handwerksbetriebe gibt es etwa in Jever (Kreis Friesland), in Einbeck (Kreis Northeim) und in Neustadt in Holstein. Nach Angaben der Unesco finden sich in Deutschland nur noch etwas mehr als eine Handvoll solcher Betriebe. Seit 2018 ist der Blaudruck als immaterielles Kulturerbe der Menschheit von der Unesco anerkannt.

Der Blaudruck ist ein Färbeverfahren, das im 18. und 19. Jahrhundert in Mitteleuropa weit verbreitet war und vor allem auf Leinen, Baumwolle oder Seide angewandt wird. Mit der Industrialisierung verlor das Handwerk an Bedeutung. Heute wird das Wissen darüber oft in familiengeführten Betrieben an Nachfahren weitergegeben.

In Schleswig-Holstein etwa ist die Familie Koch seit 1803 in Neustadt im Textilgeschäft tätig und betreibt eine der letzten verbliebenen Textilhanddruckmanufakturen in Deutschland. Die zurzeit wohl jüngste Blaudruckerin der Bundesrepublik arbeitet in Jever: Die 24 Jahre alte Sabrina Schuhmacher hat vor kurzem die Blaudruckerwerkstatt inmitten der Altstadt übernommen.

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( dpa )