Hodenhagen

Ziehen Tiere von Siegfried und Roy nach Norddeutschland um?

| Lesedauer: 4 Minuten
Katy Krause
Nach dem Tod des Magiers Siegfried (l.) vom Duo Siegfried und Roy stellt sich die Frage, was mit all ihren Tieren passieren wird. Ein Angebot aus Norddeutschland gibt es dazu.

Nach dem Tod des Magiers Siegfried (l.) vom Duo Siegfried und Roy stellt sich die Frage, was mit all ihren Tieren passieren wird. Ein Angebot aus Norddeutschland gibt es dazu.

Foto: Ethan Miller / AFP

Nach Tod des Magiers bietet Inhaber des Serengeti-Parks Aufnahme weißer Tiger und Löwen an. Was das mit Justin Bieber zu tun hat.

Hodenhagen. Was passiert mit den weißen Tigern des Magierduos Siegfried und Roy? Nachdem nun auch Siegfried kürzlich verstorben ist, fragen sich das viele ihrer auch deutschen Fans. Die können sich nun Hoffnung machen, dass ein paar der Tiere nach Norddeutschland kommen. Denn der Inhaber des hier ansässigen Serengeti-Parks hat das Angebot unterbreitet, vier weiße Tiger und drei weiße Löwen aufzunehmen.

Das bestätigte Asta Knoth als Pressesprecherin des Serengeti-Parks in Hodenhagen nach Medienberichten am Mittwoch auf Anfrage. "Wir haben die Möglichkeit und den Platz, sieben Tiere aufzunehmen", so Knoth. Der Inhaber des Parks, Fabrizio Sepe, fühlt sich seit jeher mit Siegfried und Roy verbunden. Sie würden die Liebe zu den besonderen Tieren teilen. "Sie liegen ihm sehr am Herzen", berichtet Knoth. Daher hätte er nach dem Tod des Magiers das Angebot relativ zeitnah unterbreitet.

Im Serengeti-Park leben bereits weiße Tiger und Löwen

Mit der Haltung der besonderen Tiere hat der Park Erfahrung. So leben bereits zwei weiße Tiger und drei weiße Löwen in der niedersächsischen Anlage. Allerdings ohne Kuscheln und Halsband. Würden sich die an Menschen sehr gewöhnten und teils auch in den Shows der Zauberer in Las Vegas aufgetretenen Tiere denn in Hodenhagen wohlfühlen? Knoth ist davon überzeugt. "Sie könnten hier unter einer möglichst artgerechten Haltung ihren Lebensabend naturnah verbringen", sagt sie.

Zudem könnten sie unter Artgenossen leben, wenn die Eingewöhnung denn klappt. Denn die Tiere in Hodenhagen stammen nicht aus dem Zirkus oder ähnlichem. Sie sind sogar größtenteils im Serengeti-Park aufgewachsen. Zwei so unterschiedliche Gruppen zusammenzubringen, könne aber klappen. Allerdings sei es wichtig, sich Zeit zu nehmen und jedes Tier individuell einzugewöhnen. Würde es nicht funktionieren, wäre auch genügend Platz vorhanden, einen eigenen Bereich für die Tiere zu schaffen.

Justin Biebers Kapuzineräffchen hat ein paar Eigenarten

Mit der Haltung von Tieren aus prominentem Vorbesitz haben die Pfleger zudem Erfahrung vorzuweisen. So lebt in dem Park auch der Affe von Justin Bieber. Aufgrund fehlender Papiere musste der Sänger das Tier 2013 in Deutschland zurücklassen. Der Serengeti-Park Hodenhagen nahm ihn in Obhut. Die Eingewöhnung gestaltete sich kompliziert. Denn das Weißschulterkapuzineräffchen hatte nie gelernt, unter Artgenossen zu leben. "Es wusste gar nicht, dass es ein Affe ist", erinnert sich Knoth. Doch behutsam wurde "Mally" beigebracht, wie sie sich in der Gruppe behauptet. Heute lebt sie mit den anderen Weißschulterkapuzineräffchen zusammen. Allerdings sind ein paar Eigenarten geblieben. "Sie gibt manchmal komische Laute von sich, die kann sonst kein Kapuzineräffchen", berichtet Knoth.

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Das Erbe Siegfried soll in eine Stiftung für weiße Tiger fließen

Wann es eine Rückmeldung oder Entscheidung in der Sache gibt, ist allerdings noch völlig offen. Erst einmal müsse wohl das Erbe geregelt werden und klar sein, wem die Tiere dann offiziell gehören. Fraglich ist auch, ob im Testament der Magier etwas über die Zukunft ihrer geliebten Tiere steht. Laut Nachrichtenagenturen, die sich am Mittwoch auf die Bunte beziehen, soll die in Deutschland lebende Schwester von Siegfried, Margot Fischbacher, gesagt haben, dass das von ihrem Bruder hinterlassene Geld in die Stiftung von Siegfried und Roy für weiße Tiger fließen werde. „Es war ihnen sehr wichtig, dass diese Art erhalten bleibt“, so die Schwester Dolore, wie sie sich als Nonne nennt.

Der gebürtige Rosenheimer Siegfried Fischbacher war Mitte Januar im Alter von 81 Jahren an Krebs gestorben. Acht Monate zuvor war sein Partner Roy Horn an den Folgen von Covid-19 gestorben. Jahreland traten „Siegfried & Roy“ in Las Vegas mit weißen Tigern und Löwen vor Millionen Zuschauern auf. Die Karriere des Duos endete 2003, als ein Tiger Roy Horn bei einer Vorstellung schwer verletzte.