Bei Lüneburg

Kinderstreich: Notbremsung wegen Schottersteinen auf Gleisen

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Der Zugführer eines Metronoms musste eine Notbremsung einleiten, weil ein Kind Steine auf die Gleise am Bahnhof Bardowick gelegt hatten (Symbolbild).

Der Zugführer eines Metronoms musste eine Notbremsung einleiten, weil ein Kind Steine auf die Gleise am Bahnhof Bardowick gelegt hatten (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Kinder hatten in Bardowick Steine auf die Strecke gelegt – sogar direkt hinter einen zuvor gebremsten Zug. Bundespolizei ermittelt.

Bardowick. Der Fahrzeugführer eines Metronoms musste am Mittwochmittag gegen 14.30 Uhr am Bahnhof Bardowick eine Notbremsung einleiten, weil ein Kind Schottersteine auf die Gleise gelegt hatte. Die Strecke zwischen Hamburg und Lüneburg konnte daher nur noch mit geringer Geschwindigkeit befahren werden.

Zunächst hatte der Triebfahrzeugführer eines Güterzuges mehrere der Schottersteine überfahren und die Bundespolizei alarmiert. Der nachfolgende Lokführer eines Metronoms fuhr bereits mit geringer Geschwindigkeit und leitete eine Schnellbremsung ein, als er in Höhe der Straße Witwenkamp ein Kind entdeckte, das weitere Steine auf die Gleise legte.

Kinder legten Steine auf Gleise am Bahnhof Bardowick

Der etwa zehn Jahre alte Junge trug eine orangefarbene Mütze, eine grüne Winterjacke und eine graue Hose und war möglicherweise mit anderen Kindern unterwegs.

"Als der Lokführer ausstieg, um den Zug auf Schäden an den Rädern und hydraulischen Leitungen zu kontrollieren, traute er seinen Augen nicht, als er auf dem Schienenkopf des Gleises hinter dem Zug erneut aufgelegte Schottersteine entdeckte", sagt Nina Albrecht, Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Bremen.

Neun Züge wegen Kinderstreich verspätet

Nach einer halben Stunde konnte der Metronom die Fahrt in Richtung Hannover fortsetzen. Fahrgäste wurden bei dem Vorfall nicht verletzt, so Albrecht. Insgesamt verspäteten sich neun Züge.

Die Bundes- und Landespolizei konnten die Kinder nach dem Vorfall nicht mehr antreffen, deswegen ermittelt die Bundespolizei Bremen nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und bittet um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 0421 16299-777.

Außerdem warnt die Bundespolizei in dem Zusammenhang vor dem Betreten oder vom Spielen an Gleisanlagen. "Gerade von Kindern werden die Gefahren schneller Züge und langer Bremswege oft unterschätzt. In diesem Streckenabschnitt sind die Züge mit bis zu 200 Stundenkilometer unterwegs", sagt Albrecht.

( lag )