Bremen

Pastor wegen Volksverhetzung zu Geldstrafe verurteilt

Die St. Martini Kirche in Bremen.

Die St. Martini Kirche in Bremen.

Foto: dpa

Pastor Olaf Latzel hatte sich in Ehe-Seminar abwertend über Homosexualität geäußert. Audiodatei war kurzzeitig auf Youtube zu sehen.

Bremen.  Das Amtsgericht Bremen hat einen evangelischen Pastor wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 1710 Euro verurteilt.

Damit folgte Richterin Ellen Best am Mittwoch im Grundsatz dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte allerdings eine wesentlich höhere Geldstrafe gefordert, nämlich 10.800 Euro.

Pastor Olaf Latzel hatte sich im Oktober 2019 in einem Ehe-Seminar abwertend über Homosexualität geäußert. Eine Audiodatei des Seminars war kurzzeitig auch auf Youtube eingestellt worden. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sind einzelne Ausschnitte daraus volksverhetzend, da sie den öffentlichen Frieden störten und zu Hass gegen einen Teil der Bevölkerung aufgrund sexueller Orientierung anstachelten.

Kirchenleitung erschüttert über Anklage

Der Pfarrer selbst hatte betont, er habe sich nicht generell auf Homosexuelle bezogen. In dem Eheseminar verwies er aber auch darauf, dass Homosexualität nach der Bibel Sünde sei und von den Kirchen nicht gesegnet werden könne.

Die Leitung der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) hatte sich erschüttert über die Anklage geäußert. Gegen den Pfarrer, der von seiner Gemeinde klar unterstützt wird, läuft auch ein innerkirchliches Disziplinarverfahren.