Niedersachsen

Nach Wolfsrissen: Rodewalder Rüde zum Abschuss freigegeben

Der Rodewalder Rüde ist erneut zum Abschuss freigegeben worden (Symbolbild).

Der Rodewalder Rüde ist erneut zum Abschuss freigegeben worden (Symbolbild).

Foto: dpa

Im Heidekreis und im Landkreis Nienburg ist es in letzter Zeit zu mehreren Angriffen durch Wölfe gekommen.

Hannover. Der sogenannte Rodewalder Rüde ist erneut zum Abschuss freigegeben worden. Das teilte das Niedersächsische Umweltministerium am Montag mit.

Notwendig sei dies geworden, da es entgegen einer günstigen Prognose von März weitere Wolfsrisse im Heidekreis und Landkreis Nienburg gegeben habe.

Rodewalder Rüde wieder zum Abschuss freigegeben

Die erneute Ausnahmegenehmigung zur Tötung des Rodewalder Rüden laufe seit 17. Juli und sei zunächst befristet bis Ende des Jahres. Eine Ende März ausgelaufene Genehmigung hatte nicht zum Abschuss des Wolfes geführt.

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„Wenn zumutbarer Herdenschutz von Wölfen überwunden wird, muss rechtzeitig reagiert werden - im Interesse einer artgerechten Weidetierhaltung, aber auch um die Akzeptanz für Wölfe bei uns zu erhalten“, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Wissenswertes zu Wölfen in Niedersachsen:

  • Wölfe haben Niedersachsen 2019 insgesamt laut Umweltministerium rund eine Million Euro gekostet
  • Ein Großteil wurde für Schutzmaßnahmen und DNA-Analysen ausgegeben
  • Das Land geht von derzeit rund 230 Wölfen in Niedersachsen aus
  • Insgesamt wurden in Niedersachsen bereits 23 Rudel nachgewiesen

Der Rodewalder Rüde ist erst der zweite niedersächsische Wolf, für den eine Genehmigung zur sogenannten letalen Entnahme erteilt wurde. Der erste legal getötete Wolf in Deutschland seit der Rückkehr der Tiere nach der Wiedervereinigung war der in sozialen Netzwerken Kurti genannte MT6.

Er wurde im April 2016 in der Lüneburger Heide von einem Scharfschützen der Polizei getötet, anders als der Rodewalder Rüde trug er ein Sendehalsband.