Der Fall Drage

Seit fünf Jahren fehlt von Mutter und Tochter jede Spur

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Im Sommer 2015 suchen Polizisten an der Elbe nach der Mutter und Tochter aus Drage.

Im Sommer 2015 suchen Polizisten an der Elbe nach der Mutter und Tochter aus Drage.

Foto: Philipp Schulze/dpa

Im Sommer 2015 verschwindet eine Familie. Der Vater wird tot aus der Elbe gezogen. So bewerten Ermittler den Fall heute.

Drage. Auch fünf Jahre nach dem Verschwinden einer Familie aus Drage bei Hamburg bleiben die Akten offen – doch von Mutter und Tochter gibt es immer noch keine Spur. „Wir vermuten unverändert, dass der Familienvater die beiden umgebracht hat“, sagte Jan Krüger, Sprecher der zuständigen Polizeiinspektion Harburg.

Die dreiköpfige Familie war im Sommer 2015 zu Beginn der großen Ferien in Niedersachsen verschwunden. Am Abend des 22. Juli war der 41 Jahre alte Familienvater noch einmal lebend gesehen worden. Wenige Tage später zog die Feuerwehr seien Leiche bei Lauenburg mit einem Betonklotz am Körper aus der Elbe, die Behörden gehen von Suizid aus. Seine damals zwölf Jahre alte Tochter und ihre 43-jährige Mutter blieben verschwunden.

Sonderkommission ist bereits aufgelöst worden

Die für den Fall eingerichtete Sonderkommission ist lange aufgelöst. „Wir haben auch in den vergangenen beiden Jahren gelegentlich Hinweise bekommen, denen wir nachgegangen sind“, sagte Krüger. „Aber es war nichts dabei, dass zu einer konkreten Spur geworden ist.“ Der Fall sei weiter eine Vermisstensache und verjähre damit grundsätzlich nicht, erklärte er zur rechtlichen Lage. „Erst wenn Mutter und Tochter für tot erklärt oder gefunden werden, würden wir die Akten schließen.“ Das könne laut Bundesverschollenengesetz nach zehn Jahren geschehen.

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Die Tochter war am letzten Schultag wegen einer Erkrankung daheimgeblieben, mit einer Freundin aus der Siedlung hatte sie einen Reiturlaub geplant. Ihre Mutter fuhr noch zur Arbeit bei einem Discounter, am Abend stellte der Familienvater die Mülltonne vor die Tür. Danach wurde keiner der drei mehr lebend gesehen. Zwei Jahre später wurden die Siegel an der Tür des Einfamilienhauses entfernt, es ist lange wieder bewohnt.

( dpa )