Segelschulschiff

Untreue: Ermittlungen zu „Gorch Fock“-Sanierung dauern an

Das Marineschulschiff "Gorch Fock" wird auf der Weser von zwei Schleppern zur weiteren Sanierung nach Berne geschleppt.

Das Marineschulschiff "Gorch Fock" wird auf der Weser von zwei Schleppern zur weiteren Sanierung nach Berne geschleppt.

Foto: dpa

Staatsanwaltschaft prüft auch den Verdacht der Korruption. Im Fokus steht die Elsflether Werft wegen dubioser Millionengeschäfte.

Osnabrück. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Osnabrück zu Untreue bei der Sanierung des Marineschulschiffs „Gorch Fock“ laufen weiter. Es sei noch nicht absehbar, wann einzelne Ermittlungsstränge abgeschlossen werden können, sagte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage. Auch hätten sich wegen der Corona-Pandemie einzelne Zeugenaussagen und Gutachtertermine verzögert.

Bei der komplizierten, finanziell völlig aus dem Ruder gelaufenen Generalüberholung des Segelschiffs geht die Justiz an mehreren Stellen dem Verdacht auf Unregelmäßigkeiten nach. Gegen mehrere zivile Mitarbeiter der Bundeswehr wird wegen Korruption ermittelt. Zwei Ex-Vorstände des früheren Auftragnehmers Elsflether Werft AG sollen Millionen Euro in dubiose Nebengeschäfte gesteckt haben.

Kostenexplosion bei Sanierung der „Gorch Fock“

Außerdem soll es zwischen der Werft und ihren Zulieferern Preisabsprachen gegeben haben, die den Bund als Auftraggeber schädigten. Mehrere Firmen wurden durchsucht. Die Staatsanwaltschaft äußert sich aber nicht zur Zahl der Beschuldigten in den Verfahren.

Derzeit baut die Bremer Lürssen-Werft an der „Gorch Fock“ und soll sie bis Ende Mai 2021 abliefern. Die Kosten sind von geplant knapp 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro gestiegen.