Fahndung

Europol und "Aktenzeichen XY" fahnden nach RAF-Terroristen

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Nach diesen RAF-Terroristen wird noch gefahndet

Nach diesen RAF-Terroristen wird noch gefahndet

Die RAF gab 1998 ihre Auflösung bekannt, doch bis heute beschäftigt ihr Erbe die deutschen Sicherheitsbehörden. Nach den Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette wird nach wie vor gefahndet.

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80.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Gesuchte sind seit 30 Jahren auf der Flucht. Erstmals deutsche Kriminelle auf EMW-Liste.

Hannover. Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat die früheren RAF-Terroristen Ernst Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette auf die Europe's Most Wanted (EMW)-Liste gesetzt. Damit stehen seit Montag (4. Mai 2020) erstmals deutsche Straftäter auf der Fahndungsliste der meistgesuchten Schwerverbrecher und Terroristen von Europol.

Das LKA Niedersachsen und die Staatsanwaltschaft Verden werfen dem ehemaligen RAF-Trio mehrere schwere Straftaten in Norddeutschland vor. Zwischen 1999 und 2016 soll sie Geldtransporter und Kassenbüros von Supermärkten überfallen und ausgeraubt haben. Bei einer Tat in Cremlingen (Niedersachsen) soll das Trio 600.000 Euro erbeutet haben.

Zudem stehen Staub, Garweg und Klette im Verdacht, mehrere terroristische Morde begangen zu haben: Unter anderem 1989 an dem früheren Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen und 1991 an Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder.

Das Trio ist seit mehr als 30 Jahren auf der Flucht

Ernst-Volker Staub (65), Burkhard Garweg (51) und Daniela Klette (61) sind seit mehr als 30 Jahren auf der Flucht und gehörten der sogenannten dritten Generation der RAF an, die sich 1998 für aufgelöst erklärte.

Die europäischen Mitgliedsstaaten veröffentlichen seit Anfang 2016 Fahndungen nach besonders gesuchten Straftätern auf der sogenannten EMW-Liste von Europol. Dabei kann jeder Staat zwei flüchtige bekannte Straftäter aus den Bereichen Schwerstkriminalität und Terrorismus auf die Liste einstellen. Für die Fahndung nach dem RAF-Trio wurde jetzt eine Ausnahme erteilt.

„Die EMW-Liste stellt eine zielführende Ergänzung des polizeilichen Fahndungsspektrums auf Landes- und Bundesebene dar. Als europaweite digitale Plattform bietet sie die Möglichkeit, die Reichweite und damit auch die Erfolgsaussichten ausgewählter Personenfahndungen über die Grenzen einzelner Staaten hinaus zu erweitern“, erklärt LKA-Präsident Friedo de Vries: „Zudem rückt die EMW-Liste die europäische Zusammenarbeit in Polizeiangelegenheiten in den Fokus der Öffentlichkeit und setzt somit ein deutliches Zeichen für den europäischen Gedanken.“

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Fahndung auch bei „Aktenzeichen XY“ am 6. Mai

Neben der europaweiten Fahndung mit der EMW-Website unterstützt das BKA die Suche nach den Verbrechern mit Aufrufen in diversen sozialen Netzwerken. Zudem wird es eine erneute Veröffentlichung bei „Aktenzeichen XY“ am 6. Mai geben. Das LKA Niedersachsen erhofft sich dadurch neue Hinweise aus Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten. Für Hinweise, die zur Festnahme des RAF-Trios führen, ist eine Belohnung von bis zu 80.000 EUR ausgesetzt.

Hinweise nimmt das LKA Niedersachsen unter der Rufnummer 0511/262 62-74 00 entgegen. Alternativ können Hinweise auch per E-Mail an: vita@lka.polizei.niedersachsen.de geschickt werden.

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( dob )