Verkehr

Verlorene Stunden im Stau: Jobpendler müssen Geduld haben

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dpa
Es staut sich der Verkehr.

Es staut sich der Verkehr.

Foto: dpa

Morgens zur Rushhour rollt die Blechlawine durch die Stadt, abends schwappt die Welle wieder zurück. Nun gibt es konkrete Zahlen dazu, wie viele Stunden Pendler im Stau oder stockenden Verkehr verlieren.

München. Wer 2019 im Stadtgebiet von Hannover das Auto für die Fahrt zur Arbeit nutzte, hat durch Stau und "Stop-and-Go"-Verkehr statistisch gesehen 40 Stunden Zeit verloren. In Bremen waren es nur drei Stunden weniger, wie aus der Studie "Global Traffic Scorecard" des Verkehrsinformationsanbieters Inrix vom Montag hervorgeht. Auf einer Liste von zehn Städten in Deutschland rangiert Hannover in dieser Kategorie auf Platz 8. Bremen liegt auf Platz 9. Die meiste Geduld müssen Jobpendler in München mitbringen (87 Stunden).

Die aktuellen Staudaten weichen teilweise massiv von denen ab, die Inrix noch im vergangenen Jahr gemeldet hat. Der Grund dafür ist, dass der Verkehrsdatenanbieter seine Methodik umgestellt hat. Jetzt werden nicht mehr nur die Fahrten von den Pendlervierteln in die Innenstadt für die Berechnung herangezogen, sondern auch typische, viel befahrene Pendlerstrecken mit Zielen außerhalb des Zentrums.

Für eine Stadt wie Bremen führt die Umstellung dazu, dass sich die Zeiten deutlich mehr als halbieren. Die alte Methodik ergab dort für 2018 noch 96 Stunden, die im dichten Verkehr und Stau verloren gingen, ein Jahr später wurden nach dem neuen System 37 Stunden ermittelt. Um aber einen Vorjahresvergleich zu ermöglichen, hat Inrix auch für 2018 nachträglich Zahlen nach der neuen Methodik berechnet. Danach verloren Pendler in Hannover vor zwei Jahren 37 Stunden im Stau - drei Stunden weniger als 2019. In Bremen waren es 35 Stunden (2018) und damit zwei Stunden weniger.

"Die Ergebnisse machen deutlich, dass Städte stetig weiter daran arbeiten müssen, den Wandel in der Mobilitätslandschaft voranzutreiben und den Verkehrsfluss zu optimieren - gerade vor dem Hintergrund, dass die meisten Metropolen weiterhin schnell wachsen", sagte Inrix-Transport-Analyst bei INRIX Trevor Reed.

Justin Geistefeldt, Professor für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum, fand die gängigen Stau-Rankings grundsätzlich "ein Stück weit problematisch", weil sie Besonderheiten der einzelnen Städte nicht ausreichend berücksichtigten. "Was da verglichen wird, ist oft nicht gut vergleichbar", sagte er. Dennoch lieferten die Studien aber gewisse Hinweise. "Es gibt kaum eine bessere Datengrundlage, um das Staugeschehen zu bewerten."

( dpa )