Umweltministerium

Niedersachsen will Problemwölfe leichter abschießen

In Niedersachsen gibt es rund 230 Wölfe. Niedersachsens Umweltminister will Problemwölfe leichter abschießen lassen.

In Niedersachsen gibt es rund 230 Wölfe. Niedersachsens Umweltminister will Problemwölfe leichter abschießen lassen.

Foto: Boris Roessler/dpa

Wolfsverordnung soll Abschießen aggressiver Wölfe erleichtern. Umweltminister Lies erwägt Obergrenze für Wölfe.

Hannover/Berlin. Nach einer Lockerung des Naturschutzgesetzes durch den Bundesrat will Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) verstärkt Problemwölfe abschießen lassen. „Auch ein drohender ernster Schaden reicht aus, um konsequent zu reagieren und Wölfe zu entnehmen“, sagte Lies am Freitag im Bundesrat. Trotz des wichtigen Naturschutzgedankens sei eins auch sicher: „Nicht jeder Wolf darf alles.“

Es könne nicht sein, dass Niedersachsen allein für einen einzigen Rüden, den sogenannten Rodewalder Wolf, wegen seiner Rissstrecke „schon Kosten von 1,25 Millionen Euro zusätzlich an Herdenschutzförderung stemmen musste.“

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Lies will Abschießen aggressiver Wölfe erleichtern

Der Bundesrat hatte am Freitag in Berlin einer neuen Regelung zugestimmt, die das Abschießen von Wölfen auch dann erlaubt, wenn nicht klar ist, welches Raubtier genau etwa Schafe gerissen hat - und zwar so lange, bis es keine weiteren Schäden mehr gibt. Lies will nun eine Wolfsverordnung auf den Weg bringen, die das Abschießen aggressiver Wölfe erleichtern soll.

Wissenswertes zu Wölfen in Niedersachsen:

  • Wölfe haben Niedersachsen 2019 insgesamt laut Umweltministerium rund eine Million Euro gekostet
  • Ein Großteil wurde für Schutzmaßnahmen und DNA-Analysen ausgegeben
  • Das Land geht von derzeit rund 230 Wölfen in Niedersachsen aus
  • Insgesamt wurden in Niedersachsen bereits 23 Rudel nachgewiesen

Vor allem solle der Jägerschaft eine Rechtsgrundlage gegeben werden, Wölfe aus problematischen Rudeln zu jagen. Lies sagte, man könne auch darüber nachdenken, wie in Frankreich die Zahl der Wölfe zu regulieren. Dort wurde eine Obergrenze von 500 Wölfen festgelegt.

Niedersachsens CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer sagte, dass der Bundesratsentscheid es dem Staat ermögliche, sich schützend vor Tierhalter zu stellen, die sich wegen Wolfsattacken auf ihre Tiere in ihrer Existenz bedroht sehen. „Wir unterstützen den Umweltminister in unserem gemeinsamen Vorhaben, nun eine Regelung zu finden, die wolfsfreie Zonen wie etwa entlang von nicht zu schützenden Deichen ermöglicht.“