Bremerhaven

Traditionsschiff „Seute Deern“ soll neu gebaut werden

Mitarbeiter einer Bergungsfirma stehen vor dem historischen Segelschiff "Seute Deern"

Mitarbeiter einer Bergungsfirma stehen vor dem historischen Segelschiff "Seute Deern"

Foto: Carmen Jaspersen/dpa

46 Millionen Euro will der Bund in die Sanierung des Traditionsschiffes stecken. Die Finanzspritze kommt überraschend.

Bremerhaven/Berlin. Mit der finanziellen Hilfe des Bundes soll das marode Bremerhavener Museumsschiff „Seute Deern“ neu gebaut werden. Viele alte Schiffsteile müssten ersetzt werden, sagte der Sprecher des Deutschen Schifffahrtsmuseums, Thomas Joppig, am Freitag. Denn die hohe Summe ändere nichts am Zustand der Bark. Dass das Schiff erhalten werden kann, sei eine freudige Überraschung. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte am Vortag beschlossen, 46 Millionen Euro für das Schiff zu geben. Die Summe lasse Spielraum für die Sanierung weiterer Exponate im Museumshafen, sagte der SPD-Abgeordnete Uwe Schmidt.

Für viele Beobachter kommt die Finanzspritze für das „Süße Mädchen“ überraschend. Im Oktober hieß es aus Bremerhaven noch, das Museumsschiff sei nicht mehr zu retten. Nach dem Willen des Stiftungsrats des Schifffahrtsmuseums sollte es abgewrackt werden. Die geschäftsführende Direktorin des Deutschen Schifffahrtsmuseums, Prof. Sunhild Kleingärtner, verwies darauf, dass der Museumshafen eine nachhaltige Perspektive brauche: „Das ist die Lehre, die aus Jahrzehnten der Unterfinanzierung und des Sanierungsstaus gezogen werden muss.“ Nötig seien Mittel, um die Instandhaltung der Schiffe und maritimen Objekte sicherzustellen. Der Stiftungsrat soll Mitte Dezember zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Der 1919 in den USA gebaute Dreimaster, der auch als Restaurant genutzt wurde, liegt seit 1966 im Hafenbecken von Bremerhaven. Ende August sank das Schiff nach einem Wassereinbruch auf den Grund. Es wurde gehoben und schwimmt nur mit Hilfe leistungsstarker Pumpen.