Unfälle

Geisterfahrer auf der A1: Polizei rätselt wegen Rentner

Der ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph 31" (Archivbild)

Der ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph 31" (Archivbild)

Foto: Britta Pedersen / dpa

Warum fuhr der 81-Jährige falsch auf die Autobahn Richtung Hamburg? Schwerverletzte noch immer in Lebensgefahr.

Hannover/Bremen. Warum nahm der 81 Jahre alte Mann in Groß Ippener die falsche Auffahrt auf die Autobahn A1 Richtung Hamburg? Nach dem schweren Unfall mit dem Geisterfahrer aus Ganderkesee, der am Sonntag im Landkreis Stuhr ums Leben kam, rätseln die Ermittler, wie der Rentner gut drei Kilometer auf der falschen Seite der Autobahn fahren konnte – offenbar ohne seinen verhängnisvollen Fehler zu bemerken.

Dabei gab die Polizei am Montagmorgen bekannt, dass der Mann gegen 14.35 Uhr wohl mit Tempo 80 auf der von ihm aus gesehen rechten Spur fuhr, also die Überholspur der Fahrtrichtung Osnabrück auf der A1 nutzte.

Auf der Autobahn kollidierte der Geisterfahrer mit dem VW einer Familie aus Bremen. Darin wurden der 44 Jahre alte Fahrer, ein Kind auf dem Beifahrersitz und seine Frau (38) auf dem Rücksitz lebensgefährlich verletzt. Ein zweites Kind erlitt schwere Verletzungen. Die lebensgefährlichen Verletzungen bestanden auch am Montagmorgen noch, wie die Polizei mitteilte.

Autobahn A1 über Stunden gesperrt

Die beiden Autos blieben nach dem Zusammenprall quer auf der Fahrbahn stehen. Eine 35 Jahre alte Frau konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr mit ihrem Auto in die Wracks. Sie und ihr 39 Jahre alter Beifahrer erlitten leichte Verletzungen. Die Autobahn A1 wurde in Richtung Osnabrück voll gesperrt. Erst gegen 21.25 Uhr konnte die Sperrung wieder aufgehoben werden. Zur Unfallursache würden die weiteren Ermittlungen vermutlich nichts Neues ergeben, sagte der Polizeisprecher. Fotos sollten zwar noch ausgewertet werden, der 81-Jährige sei aber zweifelsfrei der alleinige Verursacher gewesen.

Auch auf der A 2 hielt ein Geisterfahrer am Sonntag andere Autofahrer in Atem. Rund 60 Kilometer fuhr der 79-Jährige am Sonntagmorgen auf der falschen Seite, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Anrufer meldeten den Geisterfahrer bei der Polizei. Beamte stoppten den Mann in Höhe der Abfahrt Bad Nenndorf. Er musste seinen Führerschein und sein Auto abgeben. Verletzte gab es nicht. Es werde wegen Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. „Wenn man dann den Fall aus Bremen sieht, hat man da wohl mehr als einen Schutzengel gehabt“, sagte ein Polizeisprecher in Hannover am Montagmorgen.