Emden/Aurich

Traditionswerft Nordseewerke in Emden ist wieder insolvent

Luftbild der ehemaligen Traditionswerft Nordseewerke im ostfriesischen Emden

Luftbild der ehemaligen Traditionswerft Nordseewerke im ostfriesischen Emden

Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Gibt es Streit mit dem Mehrheitsgesellschafter aus Norwegen? Heute tagt die Gläubigerversammlung. Dezember-Gehälter offen.

Emden/Aurich.  Die ehemalige Traditionswerft Nordseewerke im ostfriesischen Emden hat erneut Insolvenz angemeldet. Das bestätigte ein Sprecher des Amtsgerichts Aurich auf Anfrage. Das Gericht prüfe jetzt weitere Schritte. Heute tagt die Gläubigerversammlung .

Im Oktober hatte die norwegische Werft Fosen Yard mit ihrem Einstieg bei der insolventen Nordseewerke Emden Shipyard das Emder Unternehmen mehrheitlich übernommen. Nach Medienberichten war es später zu einem Streit zwischen den Gesellschaftern gekommen. Das 1903 gegründete, ehemals zu Blohm + Voss und später zu Thyssen gehörende Unternehmen wollte sich zu der Insolvenz bisher nicht äußern.

Das Unternehmen hatte bis 2009 stolze 1400 Beschäftigte, Ende 2018 waren es unter dem Namen Fosen Nordseewerke GmbH mit einer 51-prozentigen Beteiligung von Fosen Yards noch 85 Mitarbeiter. Das Werftgelände hat 551.000 Quadratmeter.

Minister Althusmann will "Standort erhalten"

Niedersachsen will den Werftstandort Emden erhalten und die Beschäftigung der 85 Mitarbeiter der insolventen Fosen Nordseewerke langfristig sichern. Das sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann. Sein Ministerium führe dazu intensive Gespräche mit allen Beteiligten,. „Angesichts der Insolvenz der Nordseewerke Emden Shipyard (NES) im vergangenen August waren wir optimistisch, dass es Entwicklungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven auf dem Gelände in Emden geben wird“, erklärte der Minister. „Davon sind wir auch heute noch überzeugt.“ Für die Mitarbeiter müsse die Nachricht über die zweite Insolvenz innerhalb eines halben Jahres ein Schlag ins Kontor sein. Hinzu komme, dass die Gehaltszahlungen an die Beschäftigten für Dezember 2018 bislang offenbar nicht erfolgt seien.

Die Gewerkschaft IG Metall beschuldigte die zerstrittene Firmenleitung, sich nur mit sich selbst beschäftigt zu haben und deshalb die eigentlich gute Lage der Branche nicht in Aufträge für das Unternehmen umgemünzt zu haben.

( dpa/axö )