Urteil

Inklusion: Gericht weist Klage von Bremer Schulleiterin ab

Direktorin befürchtet schlechtere Bildungschancen für Schüler am Gymnasium. Richter spricht von klarem gesetzgeberischen Auftrag.

Bremen. Die Leiterin eines Bremer Gymnasiums ist mit ihrer Klage gegen eine angeordnete Einrichtung einer Inklusionsklasse gescheitert. Die Beamtin könne lediglich verwaltungsintern ihre Bedenken geltend machen, sei aber darüber hinaus nicht klagebefugt, teilte das Verwaltungsgericht Bremen am Montag zur Begründung seiner Entscheidung mit. Die Klage sei als unzulässig abgewiesen worden. Die Schulleiterin des Gymnasiums Horn hatte sich mit der Klage gegen die Einrichtung eines inklusiven Klassenverbandes mit 19 regulären Schülern und fünf Kindern mit körperlicher oder geistiger Behinderung zu Wehr gesetzt. Gegen die jetzt getroffene Entscheidung ist Berufung möglich.

Das Gericht sah keine Anhaltspunkte für eine Rechtswidrigkeit der behördlichen Anweisung. Die Einführung der inklusiven Beschulung an allen Bremer Schulen entspreche einem klaren gesetzgeberischen Auftrag, hieß in einer Pressemitteilung. Dies gelte auch für die Unterrichtung von Schülern mit Beeinträchtigungen im Bereich Wahrnehmung und Entwicklung an Gymnasien. Schlechtere Bildungschancen der Regelschüler seien hierdurch nicht zu befürchten. Die Klägerin hatte dagegen argumentiert, eine inklusive Beschulung von behinderten Schülern an einem Gymnasium widerspreche der Konzeption dieser Schulform.